Die Verbraucherkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken
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Die Verbraucherkompetenz von Kindern und Jugendlichen stärken
"Jeder Verbraucher steht heute einer nie gekannten Fülle und Vielfalt von Waren und Dienstleistungen gegenüber. Vielen Kindern und Jugendlichen fehlt aber das nötige Rüstzeug, um die Angebote einschätzen und vergleichen zu können. Dabei sind sie die Verbraucher von morgen. Verbraucherthemen wie gesunde Ernährung, der richtige Umgang mit Geld oder das verantwortungsbewusste Surfen im Internet stehen bislang an den Schulen zu selten auf dem Stundenplan.
Wir wollen deshalb Lehrkräfte bei der Vermittlung von Verbraucherkompetenz unterstützen", sagten Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner und vzbv-Vorstand Gerd Billen bei der Vorstellung des Online-Materialkompass "Verbraucherbildung" (www.materialkompass.de) in Berlin.
Nach einer Umfrage im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums (BMELV) unter Schülern, die bereits im Sommer 2010 vorgestellt worden war, kennen mehr als die Hälfte aller Jugendlichen ihre Rechte als Käufer nicht. 48 Prozent wissen nicht, wozu man ein Girokonto benötigt und mehr als zwei Drittel aller Jugendlichen hatten eklatante Wissenslücken im Bereich Internet und Telekommunikation. So kennen 66 Prozent nicht ihre günstigste Handy-Taktung, obwohl alle befragten Schüler ein Handy besitzen. 31 Prozent würden beim Online-Einkauf jederzeit bedenkenlos auch ihre private Telefonnummer angeben.
Der Materialkompass "Verbraucherbildung" wurde vom vzbv mit finanzieller Unterstützung des Bundesverbraucherministeriums erstellt und ist Teil der BMELV-Initiative "Verbraucherbildung - Konsumkompetenz stärken". In der Online-Datenbank können Lehrkräfte fächerübergreifend nach praxistauglichen Unterrichtsmaterialien zur Verbraucherbildung recherchieren. Bislang enthält das Portal gut 180 bewertete Unterrichtsmaterialien zu den Bereichen Finanzkompetenz, Medienkompetenz, Ernährung, nachhaltiger Konsum und Verbraucherrechte. Die Beurteilung der Materialien basiert auf einer wissenschaftlich erarbeiteten, transparent dargestellten Bewertungsmatrix. Grundlage sind die Kriterien der Expertengruppe zur Bewertung von Unterrichtsmaterial der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) sowie die Erkenntnisse des Projektes zur "Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in Schulen" (REVIS).
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner: "Mit dem Online-Materialkompass erhöhen wir die Chance, dass Lehrerinnen und Lehrer Themen der Alltags- und Verbraucherbildung in den verschiedenen Unterrichtsfächern häufiger aufgreifen. Über die Suchfunktion können die Lehrkräfte nach Materialien suchen, die sie zum Beispiel in ihren Mathematik- oder Sozialkundeunterricht einbinden wollen. Alle Unterrichtsmaterialen wurden von unabhängigen Experten bewertet. Lehrkräfte können sofort erkennen, wie gut die Materialien für ihren jeweiligen Unterricht geeignet sind."
vzbv-Vorstand Gerd Billen: "Bei der Bewertung wurde auch deutlich, dass immer mehr Wirtschaftsunternehmen mit eigenen Unterrichtsmaterialien in die Schulen drängen. Diese sind von sehr unterschiedlicher Qualität und häufig interessengeleitet. Wir tragen mit dem Materialkompass dazu bei, hohe Qualitätsstandards für Unterrichtsmaterialien in der Verbraucherbildung zu etablieren. Schülerinnen und Schüler müssen in die Lage versetzt werden, eigenständig Finanzprodukte, Verträge und Konsumangebote bewerten und auf dieser Grundlage verantwortungsbewusste Konsumentscheidungen treffen zu können."
Mit der Initiative "Verbraucherbildung - Konsumkompetenz stärken" des Bundesverbraucherministeriums soll ein bundesweites Netzwerk im Bereich der Verbraucherbildung geschaffen werden. Dieser Dialogprozess, der im November 2010 mit Vertretern aus Verwaltungen der Länder, Wissenschaftlern und Lehrkräften begonnen wurde, soll gute Beispiele zur Vermittlung von Alltagskompetenzen bundesweit bekannt machen und Anregungen zur Integration der Verbraucherbildung in den Unterricht geben. Letzteres ist auch das Ziel des Ideenwettbewerbs "Fürs Leben lehren".
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Datum: 30.09.2011 - 18:30 Uhr
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