Vattenfall und GMB starten Algen-Produktion in großem Stil

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Vattenfall und GMB starten Algen-Produktion in großem Stil



(pressrelations) -
"Hängende Gärten" in Senftenberg verwerten Sonnenlicht und CO2 optimal

Im Rahmen des Algen-Forschungsprojektes mit Rauchgas von Vattenfall und seiner Tochter GMB GmbH hat am Mittwoch eine zweite Algenzuchtanlage am Heizkraftwerk Senftenberg im Süden Brandenburgs ihre Arbeit aufgenommen.

Mit einem Fassungsvolumen von 48.000 Litern ist die neue Anlage mit dem klingenden Namen "hanging gardens" (hängende Gärten) weltweit die bislang größte ihrer Art. Sie besitzt das 22-fache Volumen der benachbarten Flachplatten-Airlift-Anlage, die bereits im Juli 2010 in Betrieb gegangen war.

"Mit dem heutigen Tag haben wir zum ersten Mal die Möglichkeit, die Arbeit zweier verschiedener Algenzuchtanlagen im Rauchgas-Test miteinander zu vergleichen", sagte der Vorstandsvorsitzende von Vattenfall Europe Mining Generation, Dr. Hartmuth Zeiß, der gemeinsam mit Staatssekretär Henning Heidemanns vom Brandenburger Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten die "Hängenden Gärten" in Gang setzte. "Daneben gibt uns die neue Anlage die Chance, den Nutzen von Mikroalgen zur Aufnahme von Kohlendioxid aus Rauchgas in einem größeren Maßstab zu erproben. So können wir feststellen, ob solche Anlagen auch zur Verringerung des CO2-
Ausstoßes unserer Braunkohle-Kraftwerke eingesetzt werden können."

"Mit Blick auf den Klimawandel ist es ein Gebot der Stunde, alle Optionen zu untersuchen, die zu einer Reduktion von Kohlendioxid-Emissionen beitragen", wertete Brandenburgs Wirtschafts- und Europastaatssekretär Henning Heidemanns die Bedeutung dieses neuen Schrittes im Senftenberger Forschungsprojekt.

"Die Algenzuchtanlage ?hanging gardens? zeigt hier einen viel versprechenden Weg auf. Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag bei der Erforschung der Frage, wie das klimaschädliche CO2 stofflich genutzt werden kann ? um damit den Kohlendioxidausstoß in unsere Atmosphäre zu vermindern."

Die Mikroalgen, mit denen Vattenfall und die GMB in Senftenberg forschen, werden mit Rauchgas aus dem benachbarten Heizkraftwerk "gefüttert", welches mit Braunkohlestaub befeuert wird. Nach einem Jahr Projektlaufzeit mit zwölf Flachplatten-Airlift-Reaktoren zeigen die ersten Ergebnisse, dass die ausgewählten Kulturen mit CO2 aus Rauchgas kein anderes Wachstumsverhalten zeigen als bei Verwendung von technischem CO2. Die Algen vermehren sich hochproduktiv und erzeugen dabei zusätzliche Biomasse, die in ihrer Qualität allen Ansprüchen zur industriellen Weiterverarbeitung genügt und sogar die Normen für Lebens- und Futtermittel einhält.



Entwickelt wurden die "hanging gardens" von einem jungen Unternehmen aus Österreich, der ecoduna produktions GmbH, nach einem besonderen System. Die sechs Meter hohen Module dieser Anlage verknüpfen das Prinzip des Strömens von Flüssigkeiten in verbundenen Gefäßen mit dem Airlift-
Prinzip. Gleichzeitig werden die Module dem Sonnenstand nachgeführt. Die Reaktoren sind parallel zum Sonneneinfall ausgerichtet, ein wesentlicher Unterschied zu den Flachplatten-Reaktoren der bisherigen Anlage, welche starr senkrecht zur Mittagssonne stehen.

Erstmals wird mit den "Hängenden Gärten" von Senftenberg eine Reaktoranlage in Gang gesetzt, die kontinuierlich arbeitet. Das bedeutet, der erste Reaktor wird mit einer niedrigen Konzentration inokuliert. Die Suspension strömt durch die Kanäle der Reaktoren, die Algen wachsen und verlassen mit einer deutlich höheren Konzentration den letzten Reaktor. Das ist ein weiterer wesentlicher Unterschied zu den Flachplatten-Airlift-(FPA)- Reaktoren. Mögliche Verwertungswege für die Biomasse sind Biogasanlagen, die Produktion von Bio-Treibstoff oder die Verwendung als Zusatz in der Futtermittel- und der Kosmetikindustrie.

Die neue Anlage zeichnet sich gegenüber anderen Modellen dadurch aus, dass sie relativ wenig Baugrund in Anspruch nimmt und dennoch eine extrem große photoaktive Oberfläche von insgesamt 0,34 Hektar zur Verfügung stellt. Das Strömen in verbundenen Gefäßen nach dem Airlift-Prinzip lässt eine gute Energiebilanz erwarten, da außer zum Erstbefüllen keine weitere Pumpenenergie notwendig ist.

"Wir sind sehr stolz, unsere erste Anlage zur Züchtung von Mikroalgen hier Senftenberg in Deutschland in Betrieb nehmen zu können, einen Photo-Bioreaktor der helfen wird, zumindest einen Teil zur Lösung des CO2-Problems beizutragen", freute sich ecoduna-Geschäftsführer Franz Emminger am Mittwoch. "Mit Hilfe von ecoduna besitzt die GMB GmbH nun eine Anlage, die sich durch bestmögliche Licht- und CO2-Nutzung, geringen Energieeintrag, geringen Flächenbedarf und viele andere Vorteile auszeichnet.

Dadurch wird die industrielle und effiziente Kultivierung von Mikroalgen erst ermöglicht. GMB kann damit ihr Ziel, die Fixierung von CO2, mit einer hohen Produktivität umsetzen."

Das Senftenberger Algenzucht-Projekt mit dem Titel "green MiSSiON" (Microalgae Supported CO2 Se-questration in Organic Chemicals and New Energy) hat ein Volumen von rund zwei Millionen Euro, wovon Vattenfall rund eine Million Euro finanziert. Eine weitere Million Euro stammt aus Fördermitteln des Landes Brandenburg und der Europäischen Union.


Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen ist:
Thoralf Schirmer
Vattenfall Europe AG
Telefon (03 55) 28 87 ? 30 67
Fax (03 55) 28 87 - 30 66
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Datum: 12.10.2011 - 15:30 Uhr
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