Ärzte ohne Grenzen warnt vor massiven Finanzproblemen bei Behandlung von HIV/Aids-Patienten
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Ärzte ohne Grenzen warnt vor massiven Finanzproblemen bei Behandlung von HIV/Aids-Patienten
Berlin, 23. November 2011. Die Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen fordert die Geber des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria auf, zusätzliche Mittel bereitzustellen und damit auf die finanzielle Notlage der Organisation zu reagieren. Aufgrund fehlender Gelder ist der Fonds in die größten finanziellen Probleme seit seiner Gründung geraten. Der Vorstand der Organisation beschloss in seiner Sitzung am Montag und Dienstag in Ghana, die nächste Projektfinanzierungsrunde zu streichen - eine beispiellose Handlung in der Geschichte des Fonds.
"Die Geber ziehen den Menschen mit HIV/Aids den Teppich unter den Füßen weg, gerade zu einem Zeitpunkt, an dem wir mit Hochdruck an der Ausweitung der lebensrettenden Behandlung arbeiten müssen", erklärt Tido von Schoen-Angerer, Leiter der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen. "Alle Regierungen müssen sich an dem Kampf gegen HIV beteiligen. Vor allem die wichtigen Geberländer müssen dringend ihr Engagement ausweiten."
Der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dirk Niebel, kündigte am Mittwoch die Freigabe der zweiten Tranche (100 Millionen Euro) der deutschen Mittel für den Globalen Fonds für das laufende Jahr an. "Diese positive Entscheidung wird leider nichts an der katastrophalen finanziellen Situation des Fonds ändern, da der Fonds in seinen Kalkulationen sowieso stets mit den deutschen Zusagen gerechnet hat", so Oliver Moldenhauer, Koordinator der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland. "Allerdings setzen die weiterhin bestehenden Ungewissheiten über die zugesagten Mittel aus Deutschland für 2012 und 2013 in Zeiten enormer Ressourcenknappheit auf Seiten des Fonds ein äußerst bedenkliches Zeichen der deutschen Regierung im Kampf gegen die drei großen Infektionskrankheiten."
Der Globale Fonds wird einen Übergangsfinanzierungsmechanismus bis 2013 einsetzen, damit sich die Länder für die Finanzierung der wichtigsten Programme bewerben können, bei denen bekannt ist, dass sie ihre HIV-, TB- und Malaria-Programme sonst nicht aufrecht erhalten könnten. Das könnte bedeuten, dass Menschen, die bereits eine HIV/Aids-Behandlung erhalten, weiterhin Medikamente bekommen, aber neue Patienten nicht in die therapeutischen Programme aufgenommen werden und somit sterben müssen. Die Kürzungen werden auch Programme zu Malaria und Tuberkulose treffen.
In einigen schwer betroffenen Ländern, in denen Ärzte ohne Grenzen arbeitet, sind verheerende Auswirkungen der Finanzierungslücke deutlich sichtbar. Kamerun und Simbabwe haben beispielsweise schon kurzfristig Probleme, die Behandlung von Patienten fortzuführen. In der Demokratischen Republik Kongo wird gerade die Zahl der Menschen, die eine lebensrettende HIV-Behandlung beginnen können, drastisch reduziert. Auch in Malawi, Kenia, Leshoto und Südafrika müssen geplante Programme auf Eis gelegt werden.
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Datum: 23.11.2011 - 17:01 Uhr
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