NABU warnt vor riskantem CCS-Einsatz in Entwicklungsländern
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NABU warnt vor riskantem CCS-Einsatz in Entwicklungsländern
Tschimpke: Deutschland darf zynischer Regelung auf UN-Klimakonferenz nicht zustimmen
Durban ? Der NABU warnt Deutschland und die EU eindringlich davor, auf der UN-Klimakonferenz im südafrikanischen Durban einer Entscheidung zuzustimmen, die den Einsatz der CCS-Technologie zur unterirdischen Ablagerung von CO2 in Entwicklungsländern fördern würde. "Es kann nicht sein, dass wir in Deutschland auf CCS verzichten, um es dann unter deutlich schlechteren Sicherheitsstandards in Afrika und Asien zu fördern", erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke. "Falls die völlig unausgereifte CCS-Technik jemals einen Beitrag zur Lösung der Klimaprobleme leisten kann, dann nur unter höchsten Sicherheitsanforderungen", so Tschimpke.
Auf der Klimakonferenz in Durban wird derzeit verhandelt, ob CCS in den sogenannten Clean-Development-Mechanismus (CDM) aufgenommen werden soll. Wenn CCS-Projekte unter den CDM fallen, könnten westliche Industrieländer und Konzerne ihre Emissionsbilanz künftig aufbessern, indem sie in CCS-Projekte in Entwicklungsländern investieren. Der CO2-Ausstoß, der durch das CCS-Projekt in dem betreffenden Entwicklungsland vermeintlich vermieden wird, wird dem Investor gut geschrieben. "Der Profit geht in die Industrieländer, die Risiken bleiben in den Entwicklungsländern ? auf diese zynische Art hat CCS im CDM nichts verloren" kritisiert der NABU-Präsident. Damit CCS einen Beitrag zur Lösung der Klimaprobleme leisten kann, müssen zunächst Forschung und behutsame Erprobung vorangebracht werden - und zwar unter höchsten Sicherheitsanforderungen. "Die vorgeschlagenen Sicherheitsstandards für CCS-Projekte in armen Ländern sind absolut unzureichend. In Deutschland würden wir unter den Bedingungen niemals einer CO2-Ablagerung unter der Erde zustimmen". Während die Industrieländer ihre Emissionsbilanz aufhübschen könnten, müssten die Entwicklungsländer über Jahrhunderte mit den noch völlig ungeklärten Haftungsrisiken durch das unter Hochdruck in den Untergrund gepresste Kohlendioxid leben.
Besonders beunruhigend ist, dass auf der Klimakonferenz in Durban vor allem die erdölfördernden Länder der OPEC für CCS im CDM kämpfen. Denn nach den vorgeschlagenen Regelungen soll das CO2 unter die Erde gepresst werden, um mehr Erdöl aus unterirdischen Lagerstätten fördern zu können. "Das CDM-Instrument soll eigentlich Klimaschutz und Entwicklungshilfe miteinander verbinden. Wenn dabei nun CCS eingesetzt wird, damit Saudi-Arabien und Dubai ihre Ölvorkommen besser ausbeuten können, ist das in jeder Hinsicht absurd", kritisiert NABU-Energieexperte Elmar Große Ruse, der in Durban die UN-Klimaverhandlungen verfolgt.
Für Rückfragen:
Elmar Große Ruse, NABU-Energie- und Klimaexperte,
vor Ort in Durban erreichbar unter Telefon +49-173-3522872
Für tagesaktuelle Einschätzungen der Verhandlungen, Hintergrundinformationen und Interviews steht Ihnen NABU-Präsident Olaf Tschimpke vor Ort in Durban zur Verfügung.
Karin Deckenbach, NABU-Pressesprecherin, in Durban Telefon +49-173-9306 515
Die detaillierten NABU-Forderungen an die UN-Klimakonferenz und tagesaktuelle Kommentierung der Verhandlungen in Durban finden Sie im Internet unter: www.NABU.de/weltklimakonferenz
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Datum: 08.12.2011 - 15:00 Uhr
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