IQWiG muss Orphan Drugs regelkonform bewerten! Pirfenidon darf kein Präzedenzfall werden

IQWiG muss Orphan Drugs regelkonform bewerten! Pirfenidon darf kein Präzedenzfall werden

ID: 547987
(ots) - Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie
(BPI) fordert den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) dazu auf, der
negativen Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und
Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) zum Wirkstoff
Pirfenidon nicht zu folgen: "Es geht hier nicht allein um Pirfenidon,
sondern in erster Linie um künftige Patientenschicksale", so die
stellvertretende BPI-Hauptgeschäftsführerin Prof. Dr. Barbara
Sickmüller "Es geht um nichts Geringeres als die Frage, ob Leiden
künftig verlängert werden, weil Innovationen den Weg zu den
Betroffenen nicht mehr finden. Der G-BA hat nun die Herausforderung,
auf Basis des IQWiG-Gutachtens und der eingehenden Stellungnahmen zu
einer abschließenden Bewertung des Zusatznutzens zu finden. Dabei
muss er die medizinischen Argumente berücksichtigen und auch den
gesetzgeberischen Willen zu den Orphan-Drug-Regelungen umsetzen. Das
IQWiG hat sich im Gesetzgebungsprozess des AMNOG und auch danach klar
gegen die Regelungen zur Nutzenbewertung von Orphan Drugs gestellt.
Das nun vorliegende Pirfenidon-Gutachten würdigt weder den besonderen
therapeutischen Bedarf seltener Erkrankungen noch folgt es den
gesetzlichen Vorgaben. Dieses Gutachten darf kein Präzedenzfall für
Orphan Drugs werden."

Orphan Drugs sind für seltene und schwerwiegende Leiden
ausgewiesen und nicht für die Behandlung von großen Patientengruppen
vorgesehen. Wie beim Wirkstoff Pirfenidon gibt es in der Regel in der
entsprechenden Indikation keine zugelassene Therapiealternative, die
einen Vergleich und damit einhergehend eine Aussage über den
Zusatznutzen im Vergleich zu dieser Therapie ermöglichen würde. Das
IQWiG bestätigt, dass es keine zugelassene und zweckmäßige
medikamentöse Therapiealternative zur Behandlung von Patientinnen und
Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose gibt. Trotzdem attestiert


das IQWiG in seinem methodisch fragwürdigen Gutachten dem Wirkstoff
keinerlei Zusatznutzen und lässt somit die Patientinnen und Patienten
mit einer lebensbedrohlichen Krankheit ohne zugelassene Therapie
zurück. Vielmehr werden Daten, die einen Zusatznutzen zeigen,
systematisch "kleingerechnet".

So verwendet das IQWiG eine als "best supportive care (BSC)"
bezeichnete Vergleichstherapie, ohne diese genau zu definieren. Das
Institut schließt damit sogar nicht zugelassene und potentiell
schädliche Wirkstoffkombinationen als Therapieoption mit ein, wie die
sogenannte Triple-Therapie. Hierbei handelt es sich um ein
Therapieschema, welches in der aktuellen PANTHER-IPF-Studie des
US-National Heart, Lung. and Blood Institute untersucht wurde und
aufgrund seiner erhöhten Mortalität gegenüber Placebo (11 % vs. 1 %)
zum frühzeitigen Studienabbruch führte. Bei der Beschreibung des
Schadenspotentials entwickelt das IQWiG gar eine eigene
Bewertungsmethode und ignoriert die Einstufung der
Nutzen-Risiko-Bewertung der europäischen Zulassungsbehörde EMA.

Festzuhalten ist, dass Pirfenidon, so wie andere Orphan Drugs
auch, bereits im Rahmen seiner europäischen Zulassung einen
eindeutigen Nutzen nachgewiesen hat. Diese Tatsache ist rechtlich
anerkannt und vom BMG bestätigt worden. Eine Entscheidung zum Wohle
der Patienten, die sonst ohne Therapiemöglichkeiten daständen. Die
europäische Zulassungsbehörde EMA hat das Fehlen wirksamer
Behandlungsalternativen festgestellt. Nach ihrer Auffassung wird das
Fortschreiten der Erkrankung durch den neuen Wirkstoff ohne
schwerwiegende Risiken für die Patienten verzögert. Auf dieser
Grundlage kam sie zu dem Schluss, dass die Vorteile gegenüber den
Risiken überwiegen und hat eine Zulassung erteilt.

"Ich erwarte, dass das IQWiG in seinen Gutachten den besonderen
Herausforderungen der Orpan Drugs Rechnung trägt und die gesetzlichen
Rahmenbedingungen anerkennt. In dem vorliegenden Gutachten ist das
Institut diesen Anforderungen nicht nachgekommen und bleibt hinter
seinem eigenen wissenschaftlichen Anspruch zurück. Es liegt nun am
G-BA, diesen Mangel zu korrigieren. Anderenfalls wird das Ministerium
in seinen aufsichtsrechtlichen Pflichten gefordert sein, im Sinne der
betroffenen Patienten, die dringend einer innovativen Therapie
benötigen, auf das IQWiG und den G-BA einzuwirken", so Prof.
Sickmüller.



Pressekontakt:
Joachim Odenbach, Tel. 030/27909-131, jodenbach@bpi.de

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Neuheit im Kühlregal: Neue Therapieformen für die Entfernung unerwünschter Tattoos
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 03.01.2012 - 11:11 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 547987
Anzahl Zeichen: 4814

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Berlin



Kategorie:

Gesundheitswesen - Medizin



Diese Pressemitteilung wurde bisher 257 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"IQWiG muss Orphan Drugs regelkonform bewerten! Pirfenidon darf kein Präzedenzfall werden"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

KARL muss "Chefinnen-Sache" werden - BPI fordert konsistente EU-Pharmapolitik ...
Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen aufgefordert, das Thema Kommunale Abwasserrichtlinie (KARL) zur "Chefinnen-Sache" zu machen. "Wenn 16 EU-Mitgliedstaaten ihre Bedenken wegen der zu erwartenden Kosten bei KARL ä

BPI fordert "echte Gesundheitsreform"- Spargesetz mit Risiken für Versorgung und Industrie ...
Deutschland braucht schnellstens eine Strukturreform im Gesundheitswesen. Das forderte der Vorsitzende des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), Oliver Kirst, bei der Ordentlichen Hauptversammlung des Verbandes heute in Berlin. Nur das wäre eine echte Gesundheitsreform. Denn: &q

Presseeinladung zur Ordentlichen BPI-Hauptversammlung und zur Pressekonferenz am 11. Juni 2026 ...
Einen Tag vor der Ersten Lesung des als Gesundheitsreform bezeichneten Beitragssatzstabilisierungsgesetzes (BStabG) findet am 11. Juni die diesjährige Ordentliche BPI-Hauptversammlung statt. Dazu laden wir Sie herzlich ein. Die Veranstaltung beginnt um 9:30 Uhr (Akkreditierung ab 9 Uhr), im Vi


Weitere Mitteilungen von BPI Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie


Neuheit im Kühlregal: ...
Hamburg, 3. Januar 2012. Jetzt wird's luftig auf dem Frühstückstisch - dank LÄTTA & luftig, der neuen Variante der beliebten Halbfettmargarine mit dem farbenfrohen Logo. Sie ist luftig aufgeschlagen, hat dadurch eine lockere Konsistenz und bietet ein ganz besonderes Mundgefühl. Dabei sc

Die einzigartige Lösung für alle mit Lactose-Intoleranz: LactoStop ...
(ddp direct)Bei Personen mit Lactose-Intoleranz kann die in Milchprodukten enthaltene Lactose nicht gespalten werden. Dies führt zu unangenehmen Verdauungsbeschwerden. Das muss nicht mehr sein, denn jetzt gibt es LactoStop exklusiv in allen Apotheken! Mit LactoStop können Lactose-Intolerante end

Anmeldung für den ersten Machbarkeitstest für die MRgFUS-Behandlung des essentiellen Tremors abgeschlossen ...


"Schlank statt Sauer", sanft abnehmen mit der Säure-Basen Diät ...
Wussten Sie, dass man nicht abnehmen kann, wenn der Stoffwechsel übersäuert ist? Ein übersäuerter Körper arbeitet zu langsam, die Fettverbrennung ist blockiert. Dem widmet sich der Erfolgsautor und Ernährungswissenschaftler Ralf Moll und veröffentlicht dieses einmalige Buch zu


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z