Ostsee-Zeitung: Ostsee-Zeitung (Rostock): Bundesverkehrsminister Ramsauer
favorisiert Kapitalaufstockung bei DB Mobility
ID: 554803
Bahn versucht die Deutsche Bahn AG offenbar, private Investoren für
eine Kapitalaufstockung zu gewinnen und damit die bestehende
Investitionslücke zu schließen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer
(CSU) sagte der Ostsee-Zeitung (Dienstag), wenn man unter
Privatisierung verstehe, "dass ein Investor etwa in den Fahrbetrieb
der DB Mobility investieren würde, dann sollte man darüber
nachdenken. Es ginge dann nicht um den Verkauf, sondern um eine
strategische Kapitalaufstockung, die die Investitionskraft der Bahn
erhöht." Die ursprünglich geplante Börsengang war im Zuge der
Finanzkrise fallen gelassen worden. Ramsauer sagte jetzt: "Ein
strategischer Börsengang, wie er einmal beabsichtigt war, ist von mir
in absehbarer Zeit nicht vorgesehen." Er verwies darauf, dass der
erste Versuch eines Börsengangs zu "betriebsmäßigen Auswirkungen"
geführt habe, unter denen das Unternehmen noch heute zu leiden habe.
"Die Suppe, die damals eingebrockt worden ist, hat die Bahn noch
heute auszulöffeln", meinte Ramsauer. Insbesondere dem früheren
Bahnchef Hartmut Mehdorn war vorgeworfen worden, er habe die DB AG
gewissermaßen "kaputtgespart", um das Bundesunternehmen börsenreif zu
machen. Derzeit stehen im Bundeshaushalt für Neu- und Ausbauprojekte
des Schienennetzes etwas über eine Milliarde Euro zur Verfügung.
Experten schätzen jedoch, dass jährlich eine Investitionslücke von
rund 500 bis 800 Millionen Euro klaffen würde. Ramsauer lobte jedoch
die aktuellen Bemühungen der jetzigen DB-Führung, um die Bahn
"wetterfester" zu machen. So seien tausende Weichen beheizbar
gemacht, Personal sei aufgestockt und zusätzliche Züge bereitgestellt
worden. Die Bahn sei wesentlich besser auf extreme Wettersituationen
vorbereitet als in den Jahren zuvor. Allerdings könne die Wirksamkeit
der Vorkehrungen erst ausprobiert werden, "wenn der Winter wirklich
da ist", sagte der Minister.
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Ostsee-Zeitung
Jan-Peter Schröder
Telefon: +49 (0381) 365-439
jan-peter.schroeder@ostsee-zeitung.de
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Datum: 16.01.2012 - 16:51 Uhr
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