Westfalen-Blatt: Schäffler (FDP) wirft Brok (CDU) in Debatte über Ratingagenturen Verdrängung von Realitität vor: "dumpfe Schuldzuweisung" - Brok sieht Interessen der US-Finanzwirtschaft als Motiv der Ratingagenturen
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CDU-Europaabgeordneten Elmar Brok wegen dessen Kritik an den USA im
Hinblick auf die Herabstufung europäischer Staaten durch die
Ratingagentur Standard & Poor's scharf angegriffen.
Dem in Bielefeld erscheinenden "Westfalen-Blatt"
(Dienstagsausgabe) sagte Schäffler: "Broks Vorwurf an die USA ist
Verdrängung von Realität. Das ist eine dumpfe Schuldzuweisung. Das
halte ich für pharisäerhaft, eine Form von Bashing." Schäffler
verteidigte die Herabstufungen: "Die Ratingagenturen haben mit den
Abstufungen Recht, sie beschreiben die Realität - eine logische
Konsequenz. Frankreich hat seine Versprechen in Sachen
Reformbereitschaft und Haushaltskonsolidierung nicht eingehalten. Auf
einen Warnschuss folgt eben Vollzug."
Außenpolitiker Elmar Brok hatte zuvor behauptet: "Ratingagenturen
führen einen Währungskrieg gegen Europa."
Gegenüber dem "Westfalen-Blatt" sagte Brok: "Das ist ein gezielter
Angriff auf Europa. Es ist die Interessenlage der
US-Finanzwirtschaft, die mit Teilen der Politik deckungsgleich ist.
Wenn man sieht, welche Kampagne Mitt Romney gegen Europa führt, der
ja aus dieser Finanzwelt stammt, ahnt man, dass es da Zusammenhänge
gibt."
Brok forderte Konsequenzen: "Wir müssen die Macht der jetzigen
Ratingagenturen begrenzen. Es ist Zeit für eine europäische
Ratingagentur. Das muss aber die Wirtschaft machen. Wenn es staatlich
wäre, hätte es keine Glaubwürdigkeit."
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Telefon: 0521/585-261
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Datum: 16.01.2012 - 18:29 Uhr
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