ARD-Sportschau und WDR-Sendung "sport inside": Kritik an 1. Olympischen Jugend-Winterspielen - DSV-Sportdirektor Maier: "Wertlos" - Kasper: "Nationaler Druck ist da" - Dopingprävention kein Thema
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Innsbruck gab es neben den offiziellen IOC-Verlautbarungen auch eine
Reihe kritischer Stimmen. Als "wertlos" bezeichnete der Alpindirektor
des Deutschen Skiverbandes (DSV), Wolfgang Maier, die Veranstaltung
in der ARD-Sportschau und gegenüber der WDR-Sendung "sport inside".
Maier kritisierte weiter, dass einige Nachwuchs-Jahrgänge gar nicht
an den Spielen teilnehmen dürften. "Jetzt dürfen die 95/96er
Jahrgänge teilnehmen, bei den nächsten Spielen dürfen wieder die
99er/2000er Jahrgänge teilnehmen. Und die, die in der Mitte sind,
dürfen gar nie an diesen Spielen teilnehmen. Deshalb seh' ich dieses
Format einfach als wertlos", sagte Maier in der ARD-Sportschau (Das
Erste, 21.01.2012, 18.00 Uhr).
Gian-Franco Kasper, IOC-Mitglied und Präsident des Internationalen
Skiverbandes FIS, räumte ein, dass es bei den Jugendspielen unterm
Strich trotz anderslautender Erklärungen vor allem um Medaillen
gegangen sei. "Man geht aufs Ganze natürlich. Man will Medaillen
haben, der nationale Druck auf die Jungen ist natürlich auch da, die
Nationalen Olympischen Komitees wollen natürlich mit allen Mitteln
gut dastehen", erklärte Kasper in der WDR-Sendung "sport inside" (WDR
Fernsehen, 23.01.2012, 22.45 Uhr). "Natürlich sagen sie es nicht ganz
so direkt. Aber ich bin überzeugt, jedes Nationale Olympische
Komitee, wenn es Medaillen hat, geht stolz nach Hause und wird das
auch propagieren."
Kasper weiter: "Man muss sich einfach bewusst sein, was machen wir
mit den Jugendlichen, wollen wir Vollprofis bereits im Alter von 14,
15 Jahren - hat nicht nur mit den Jugendspielen zu tun, sondern auch
mit dem ganzen Zirkus, den wir rundherum aufführen - oder will man
die doch zur Schule schicken, ganz normal, die sollen Sport treiben
und dann in einem gewissen Alter in den fast professionellen
Wettkampf einsteigen."
Prof. Gerhard Treutlein vom Heidelberger Zentrum für
Dopingprävention bemängelte, dass das Thema Dopingprävention im
ansonsten umfangreichen Begleit- und Kulturprogramm der Spiele keinen
Platz gefunden habe. "Die Olympischen Jugendspiele werden ja durchaus
kritisch betrachtet, weil sie einen Anreiz auf hohem Niveau bieten,
sich intensiv vorzubereiten und damit auch einen Anreiz im
Zweifelsfall auch zu Dopingmittel zu greifen. Und deshalb wäre es
Aufgabe des IOC gewesen, Dopingprävention auch ganz zentral in das
Programm von solchen Olympischen Jugendspielen mit aufzunehmen. Wir
haben ein Angebot gemacht, möglicherweise waren wir zu spät dran",
sagte Treutlein gegenüber "sport inside."
Pressekontakt:
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Telefon 0221 220 7100
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Datum: 22.01.2012 - 13:30 Uhr
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