"Unsere Milchprodukte werden wertvoller
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"Unsere Milchprodukte werden wertvoller"
"Ein gestiegener Milchpreis und ein guter Absatz unserer Milch und Milchprodukte im In- und Ausland im Jahr 2011 haben unsere positiven Erwartungen übertroffen." Dies stellte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, bei der Eröffnung des heutigen DBV-Fachforums Milch "Transparenz am Milchmarkt: Wird zuviel preisgegeben?" im Rahmen der Internationalen Grünen Woche 2012 fest. Auch für das kommende Jahr gehen laut Sonnleitner nationale und internationale Marktexperten von freundlichen und weitestgehend stabilen Marktverhältnissen aus ? sofern es keine Lebensmittel-, Wirtschafts- und Finanzkrisen gibt.
Ein "Wermutstropfen" seien jedoch die gestiegenen Kosten für Betriebsmittel, die in 2011 das Unternehmensergebnis gedämpft und den notwendigen Anstieg der Milcherzeugerpreise relativiert hätten. Umso wichtiger ist es nach Aussage Sonnleitners, dass die Molkereiwirtschaft über lukrative Auslandsmärkte hinaus auch Marktanteile im EU-Binnenmarkt gewinnt und entsprechend Preise sichert. Denn, Sonnleitner wörtlich: "Zu stark schwingt die Milchmarktkrise noch in unseren Milchviehbetrieben nach" und die Milchbauern müssten die Chance bekommen, "in guten Zeiten für die schlechten Zeiten vorzusorgen".
Positiv stimme den Bauernpräsidenten, dass angesichts einer wachsenden Weltbevölkerung, zunehmender westlicher Ess- und Lebensgewohnheiten der Schwellenländer und des weltweit wachsenden Energie- und Rohstoffbedarfs "trotz Krisen oder Tälern, unserer Hände Arbeit, unsere guten Produkte wertvoller werden". Umso unverständlicher sind nach Meinung des DBV-Präsidenten die Vorschläge des EU-Agrarkommissars, in jedem Betrieb zusätzlich 7 Prozent der Ackerfläche stillzulegen. Vielmehr werde, so Sonnleitner, jeder Hektar, "nicht nur bei uns in Deutschland, sondern weltweit" gebraucht, um die Welternährung zu sichern und gleichzeitig einen Neuanfang in der Energie- und Rohstoffpolitik abzupuffern.
DBV-Vizepräsident, Udo Folgart, umriss als Vorsitzender des DBV-Fachausschusses Milch das Thema Transparenz auf dem Milchmarkt. Zwar teile er die kritische Haltung des Kartellamtes, dass durch die häufige Orientierung an den Auszahlungspreisen von Vergleichsmolkereien aus Sicht der Milchbauern Potenzial in den Preisverhandlungen verschenkt werde. Keineswegs einverstanden zeigte sich der DBV-Milchpräsident aber mit der kartellrechtlichen Aussage, dass zuviel Markttransparenz nachteilig sei und den "Geheimwettbewerb" reduziere. "Damit spricht sich das Bundeskartellamt als Hüter der freien Märkte indirekt für intransparente Märkte aus", erklärte Folgart. Richtigerweise stelle der Wegfall aktueller Milchpreisvergleiche gerade für die Milchbauern einen Informationsverlust dar und führe zu keinem höheren Wettbewerb.
Als Erfolg bezeichnete DBV-Vizepräsident Folgart indes, dass es dem DBV gemeinsam mit dem Markenverband gelungen sei, bei der anstehenden Novelle des Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkung (GWB) das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie von der Notwendigkeit einer Entfristung des verschärften Verbots des " auch gelegentlichen Verkaufs unter Einstandspreis" bei Lebensmitteln zu überzeugen. Dies würde verhindern, dass der Lebensmitteleinzelhandel gerade im Milchbereich vermehrt mit Lockangeboten, zum Beispiel bei Butter, werbe.
Autor: Deutscher Bauernverband
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Datum: 23.01.2012 - 15:15 Uhr
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