Braunkohle-Ausstieg bringt Klimaschutz und Wertschöpfung nach Brandenburg / Greenpeace-Studie belegt Potenzial von Wind, Sonne und Wasserkraft
ID: 559601
mit gleichzeitigem verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien würde
Brandenburg enorm profitieren. Die Wertschöpfung aus Erneuerbaren
Energien könnte sich im Jahr 2030 auf 1,25 Milliarden Euro
verdoppeln. Dies ist das Ergebnis der Studie "Wertschöpfung und
Beschäftigung durch Erneuerbare Energien in Brandenburg", die das
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag von
Greenpeace erstellt hat. Gleichzeitig würde die Stilllegung der
Braunkohlekraftwerke rund 60 Millionen Tonnen klimaschädliches
Kohlendioxid einsparen. "Ministerpräsident Platzeck verhindert
wirtschaftlichen Aufschwung und Klimaschutz in Brandenburg, wenn er
am Klimakiller Braunkohle festhält", sagt Greenpeace-Energieexpertin
Anike Peters. "Nur mit einem Ausstieg aus der Braunkohle können sich
die Erneuerbaren Energien voll entfalten. Dies brächte neue
Arbeitsplätze und höhere Einnahmen nach Brandenburg."
Die Landesregierung unter Ministerpräsident Matthias Platzeck
(SPD) setzt in ihrem aktuellen Entwurf der Energiestrategie 2030
weiter auf Braunkohle. Sie verfehlt dadurch die im Jahr 2008 von der
damaligen Regierung festgelegten Klimaziele. Greenpeace fordert
Platzeck auf, die Chancen der Energiewende ohne Braunkohle zu nutzen
und in der Energiestrategie für Brandenburg umzusetzen.
Land und Kommunen profitieren von erhöhter Wertschöpfung
Laut IÖW-Studie könnte die Beschäftigung im Bereich Erneuerbare
Energien von heute 11.500 Arbeitsplätzen auf 19.200 Beschäftigte im
Jahr 2030 ansteigen. Zum Vergleich: Die Landesregierung geht in ihrem
Entwurf der Energiestrategie 2030 von weniger als 6000 Beschäftigten
bei der Braunkohle aus. Die Kommunen im Land könnten von verdoppelten
Steuereinnahmen, Einkommen und Unternehmensgewinnen profitieren.
Allein die Steuereinnahmen könnten im Jahr 2030 auf 190 Millionen
Euro anwachsen. Aus der Braunkohle erwartet die Regierung lediglich
25 Millionen Euro Einnahmen.
Das IÖW geht davon aus, dass sich die Stromerzeugung aus
Erneuerbaren Energien ohne Braunkohle bis zum Jahr 2030 mehr als
verdreifacht. Damit könnte Brandenburg seinen Strombedarf zu 270
Prozent decken. Auch bei vollständiger Eigenversorgung könnte das
Land erhebliche Strommengen exportieren. "Unsere Berechnungen zeigen,
dass es für Brandenburg sowohl ökologisch als auch ökonomisch
sinnvoll ist, den Ausbau der Erneuerbaren Energien mit voller Kraft
zu forcieren", sagt Dr. Julika Weiß vom IÖW.
Greenpeace fordert von der Landesregierung, den geplanten
Kraftwerksneubau am Standort Jänschwalde zu verhindern. Die laufenden
Planverfahren für neue Braunkohle-Tagebaue in Welzow-Süd und
Jänschwalde-Nord müssen eingestellt werden. Brandenburg muss bis zum
Jahr 2030 aus der Braunkohle aussteigen.
Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Anike Peters, Tel.
0171-8780839, Dr. Julika Weiß vom IÖW, Tel. 030-884594-25, oder
Greenpeace-Pressesprecherin Cornelia Deppe-Burghardt, Tel.
0151-14533087. Die Studie und weitere Informationen finden Sie im
Internet unter www.greenpeace.de .
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Datum: 24.01.2012 - 11:04 Uhr
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