Neue OZ: Kommentar zu Verkehr / Verkehrsgerichtstag
ID: 562783
Ein Helm im Straßenverkehr rettet Leben. Da ist es ganz gleich, ob
der Fahrer mit schwerer Maschine fährt, von einem Motor leicht
unterstützt wird oder allein in die Pedale tritt. Es ist traurig,
dass sich der Deutsche Verkehrsgerichtstag gegen eine Helmpflicht für
Elektrofahrräder wie die Pedelecs ausspricht. Mit einer solchen
Empfehlung hätten die Juristen, Versicherer und Mediziner der Tagung
einen ersten Schritt gehen können, hin zu einer Helmpflicht für alle
Zweiradfahrer. Das würde das Verletzungsrisiko auf den Straßen
generell verringern.
Dass sich der Verkehrsgerichtstag dazu nicht durchringen konnte,
ist vor den Erfahrungen aus der Verkehrsgeschichte bedauerlich.
Erinnert sei an die Debatte vor Jahrzehnten über das Anschnallen im
Auto. Viele Menschen mussten sterben, bis sich die Erkenntnis
durchsetzte, dass der Gurt Leben rettet. Mit Blick auf den Kopfschutz
für Radfahrer ist die Bevölkerung heute schon klüger: Eine Umfrage
des Forschungsinstituts Emnid ergab vergangenen Herbst, dass zwei
Drittel der Deutschen für eine Helmpflicht sind. Die Fachleute
sollten sich anschließen.
Was spricht denn bitte schön gegen eine Helmpflicht? Es ist doch
lange nicht mehr so, dass diese Art der Kopfbedeckung seinen Träger
als Mode-Banausen ausweist. Im Gegenteil: Wer heute schon freiwillig
mit Helm fährt, betreibt nicht nur Vorsorge in eigener Sache. Er
dient auch anderen als Vorbild.
Fabian Löhe
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Neue Osnabrücker Zeitung
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Datum: 27.01.2012 - 22:00 Uhr
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