NABU: Endlich schaut der Bundestag auf Risiken des Pflanzenkillers Glyphosat

NABU: Endlich schaut der Bundestag auf Risiken des Pflanzenkillers Glyphosat

ID: 569183

NABU: Endlich schaut der Bundestag auf Risiken des Pflanzenkillers Glyphosat



(pressrelations) - pke: Verbot bei Ernteeinsatz sowie in Haus- und Kleingärten ist überfällig

Berlin ? Ausdrücklich unterstützt der NABU einen Antrag im Bundestagsausschuss, die Zulassung des Pestizidwirkstoffs Glyphosat auszusetzen und den weit verbreiteten Pflanzenkiller wissenschaftlich neu zu bewerten. Die Risiken des auch bei Kleingärtnern beliebten Pflanzengifts, das in Deutschland unter dem Namen "Roundup" vertrieben wird, hat der NABU in seiner Broschüre "Glyphosat und Agrogentechnik" zusammengestellt. Demnach belegen neue wissenschaftliche Untersuchungen, dass die Risiken des Glyphosateinsatzes seit Jahren unterschätzt werden. So warnt der NABU vor erhöhten Gesundheitsgefahren für deutsche Verbraucher vor allem durch den flächendeckenden Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden in der Futtermittelproduktion in Lateinamerika, Brasilien und den USA. Es gibt deutliche Hinweise, dass die Glyphosatrückstände in Importfutter auf der Basis von gentechnisch veränderter Soja steigen. "Viele Bürger wähnen sich auf der sicheren Seite, weil sie denken, dass gentechnisch veränderte Lebensmittel hierzulande verboten sind", erklärt Steffi Ober, NABU-Referentin für Agro-Gentechnik. "Aber tatsächlich konsumiert jeder Deutsche jedes Jahr durchschnittlich 60 Kilogramm gentechnisch veränderte Soja über unsere Futtermittelimporte."
Der Bundestagsausschuss für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz behandelt auf seiner Sitzung am Mittwoch einen Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie einzelner Abgeordneter, um ein Verbot des Glyphosateinsatzes zur Abreifebeschleunigung (Sikkation) durchzusetzen. Ebenso unterstützt der NABU die Forderung des Antrags, die Verwendung von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln in privaten Haus- und Kleingärten schnellstmöglich zu unterbinden, sowie deren Verkauf über Bau- und Gartenmärkte. "Der Antrag greift endlich unsere Forderung auf, dass angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse eine umfassende Neubewertung der Risiken von Glyphosat und glyphosathaltigen Herbiziden dringend nötig ist", erklärt NABU-Referentin Steffi Ober.


Dreiviertel der gentechnisch veränderten Kulturen weltweit sind herbizidresistent und vertragen somit die mehrmalige Dusche mit Glyphosat. Diese wachsen auf mehr als 100 Millionen Hektar weltweit und werden mit über 600.000 Tonnen Glyphosat behandelt. Dazu trägt auch der steigende Anbau für Bioenergiepflanzen bei. Ungeachtet der hohen Aufwandmengen sind die Rückstandskontrollen für Glyphosat sehr gering. Auf Pestizide wurden 2008/2009 in Deutschland rund 18.000 Proben untersucht, aber davon nur 0,2 Prozent an Importsoja. Dabei importiert allein Niedersachsen, das Stammland der industriellen Landwirtschaft, zur Fleischerzeugung jährlich fünf Millionen Tonnen Soja, wovon das meiste gentechnisch verändert wurde. "Es ist eine Schande, dass sich der niedersächsische Landwirtschaftsminister Lindemann immer wieder in das Geschirr der Gentechniklobby spannen lässt und sogar mit einem Millionen-Programm für mehr Akzeptanz der Gentechnik bei Schülerinnen und Schülern wirbt", kritisiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke.
In einer Branche, in der jeder Cent zählt, ist der Preis das durchschlagende Argument: Gentechnisch verändertes Soja ist viel billiger. So kostet gentechnisch veränderter Sojaschrot derzeit rund 400 Dollar pro Tonne, aber nicht gentechnisch veränderter Sojaschrot bis zu 450 Dollar. "Doch der Markt bildet nicht den wahren Preis ab", erklärt Steffi Ober. "Der Anbau von gv-Soja frisst sich ungebremst in die letzten intakten Regenwälder in Brasilien, vertreibt die Landbevölkerung in Paraguay und Uruguay und vergiftet die Bevölkerung, die rund um die gigantischen Sojafelder lebt. Studien zeigen, dass die Fruchtbarkeit des Bodens unter dem hohen Glyphosateinsatz leidet und die Erträge bei Soja zurückgehen." Neben den direkten toxischen Effekten gefährdet Glyphosat Flora und Fauna indirekt. Mit der Wildkrautflora gehen Nahrungsquellen und Lebensräume verloren, ein Effekt, der dramatisch unterschätzt wird. Der TEEB Bericht(The Economics of Ecosystems and Biodiversity) gibt erstmals dem Verlust der biologischen Vielfalt einen Preis und stellt fest, dass die Erhaltung von Ökosystemen fast immer kostengünstiger ist als alle Bemühungen, sie im Nachhinein wieder herzustellen.


Für Rückfragen:
Dr. Steffi Ober, NABU-Referentin Agro-Gentechnik, Tel. 030-284 984-1612

Mehr zum Thema:
www.nabu.de/themen/gentechnik/anbauundfreisetzung/sonstigenutzpflanzen/13327.html
NABU-Broschüre "Glyphosat und Agrogentechnik":
www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/gentechnik/studien/nabu-glyphosat-agrogentechnik_fin.pdf
Video "Krankheit, Unfruchtbarkeit und Tod" in Lateinamerika durch Glyphosat: http://www.nabu.de/themen/gentechnik/anbauundfreisetzung/soja/13327.htmlUnternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Bei einem Comeback Westerwelles würde die FDP implodieren 25 Jahre nach Bruch der ersten rot-grünen Koalition in Hessen - GRÜNE: Bohren harter Bretter hat sich gelohnt ? Hessen atomfrei
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 07.02.2012 - 13:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 569183
Anzahl Zeichen: 5402

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 349 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"NABU: Endlich schaut der Bundestag auf Risiken des Pflanzenkillers Glyphosat"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

NABU - Naturschutzbund Deutschland (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

NABU: Ramsauer will von desaströser Amtszeit ablenken ...
Miller: Forderung nach Abschaffung des Verbandsklagerechts ist billiges Mittel Berlin - Der NABU beurteilt die Forderung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, das Verbandsklagerecht einzuschränken oder gar abzuschaffen, als billiges Mittel, um von seiner desaströsen Amtszeit abzulenken.

Weiße Riesen mit schwarzer Weste - NABU startet Fotowettbewerb zur Luftverschmutzung durch Kreuzfahrtschiffe ...
Berlin - Schwarze Rauchsäulen aus den Schloten von Kreuzfahrtschiffen - Wer dies in diesem Sommer beobachtet, sollte am besten gleich zur Kamera greifen. Denn der NABU ruft dazu auf, die enorme Abgasbelastung durch Kreuzfahrtschiffe zu dokumentieren. "Noch immer pustet jedes vermeintliche Tr

Artenschutz/International: Erster Schneeleopard tappt in NABU-Fotofalle im kirgisischen Tien Shan Tennhardt ...
aaten müssen sich auf globalen Schutzplan verständigen Berlin/Bischkek - Ein stattlicher Schneeleopard ist in eine der 18 Fotofallen getappt, die der NABU erst vor wenigen Wochen im kirgisischen Tien Shan installiert hat. Das bis zu 7439 Meter hohe im Norden des Landes gelegene Hochgebirge ist


Weitere Mitteilungen von NABU - Naturschutzbund Deutschland


Tagung der regio­nalen Ent­wick­lungs­banken in Berlin: 'Der Privat­sektor ist Wachs­tums­motor.' ...
Am 6. und 7. Februar fanden im Bundes­minis­terium für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­arbeit und Ent­wick­lung (BMZ) unter Lei­tung der Par­la­men­ta­rischen Staats­sekre­tärin Gudrun Kopp Bera­tungen mit den deutschen Exe­ku­tiv­direk­toren der vier regio­nalen Ent­wick­lung

25 Jahre nach Bruch der ersten rot-grünen Koalition in Hessen - GRÜNE: Bohren harter Bretter hat sich gelohnt ? Hessen atomfrei ...
25 Jahre nach dem Bruch der ersten rot-grünen Koalition in Hessen am 9. Februar 1987 sieht sich die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN darin bestätigt, dass sich das "Bohren harter Bretter" lohnt. "Die erste rot-grüne Koalition ist daran zerbrochen, dass der sozialdemokra

Bei einem Comeback Westerwelles würde die FDP implodieren ...
Ein Comeback Guido Westerwelles würde das KO der FDP bedeuten. Ein Hauen und Stechen zwischen den beiden Lagern aus Kritikern und Getreuen des Außenministers wäre die Folge. Die Partei würde implodieren. Eine Kannibalisierung wäre die Folge. Dieser Ansicht sind die Politikberater der Denkfabrik

Der Tagesspiegel: Berliner Polizei wertet deutlich mehr Handydaten aus ...
Die Berliner Polizei hat in den vergangenen Jahren deutlich mehr Handydaten ausgewertet, als bislang angenommen. Das zeigen die Zahlen des Polizeipräsidiums, die dem Tagesspiegel (Mittwochausgabe) vorliegen. Allein 2011 sind in der Hauptstadt in 541 Verfahren die Verbindungsdaten von einer oder


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z