Neue OZ: Kommentar zu Musik / Festspiele
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Die Kartenvergabe ist wirklich das kleinste Problem, das die
Bayreuther Festspiele bewältigen müssen. Aber damit lässt sich
trefflich Politik machen: Da wird dem Mysterium der Zuteilung
Kungelei unterstellt, und wo gekungelt wird, entsteht ein diffuser
Neid auf "die da oben". So bricht man das Thema Bayreuth auf
Biertisch-Niveau herunter.
Auch wenn die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen eingestellt
hat: Der Vorwurf, in Bayreuth würden die ohnehin schon Privilegierten
auch noch für lau im Festspielhaus sitzen, ist erst mal in der Welt.
So macht man Stimmung gegen eine Kultureinrichtung, oder gegen deren
Leitung? Anders lässt sich der überflüssige Sturm im Wasserglas nicht
erklären.
Wer die Bayreuther Kartenvergabe rügt, möge mal versuchen, in
München ein Ticket zu bekommen, wenn Jonas Kaufmann dort singt. Auch
dort gibt es Kontingente für Journalisten und für Mitarbeiter, auch
dort sind Karten teuer und schwer zu ergattern. Nur regt sich dort
niemand auf, zumindest nicht öffentlich. Dort lässt man die
Theaterleute arbeiten, und das sollte man der Leitung in Bayreuth
auch zugestehen. Denn zu tun gibt's genug.
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Datum: 16.02.2012 - 22:00 Uhr
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