Neue OZ: Kommentar zu Kultur / Theater
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Die Skepsis von Gerald Mertens ist nur zu verständlich: Der
Vorstand der Musikergewerkschaft Deutsche Orchestervereinigung
befürchtet hinter der Fusion von Staatsschauspiel und Semperoper eine
Aktion, die bestenfalls nichts bringt, schlimmstenfalls aber
Arbeitsplätze und Qualität kostet. Die Erfahrung aus anderen
Fusionsbeispielen lehrt: Bringt nichts, weil das Geld für hin und her
reisende Ensembles dann halt auf der Straße bleibt.
Der Dresdner Fall sieht aber anders aus: Hier wird nicht aus zwei
Theatern eins gemacht, sondern offenbar von zwei renommierten
Partnern das gesucht, was Unternehmensberater so schnittig
"Synergien" nennen. Dass die Chancen gut stehen, hier fündig zu
werden, ergibt sich allein aus der Tatsache, dass zwei recht
unterschiedliche Segmente der Bühnenkunst aufeinandertreffen: Eine
Tragödie ist noch lange keine Oper und eine Operette etwas anderes
als eine Komödie.
Potenzial zur Kooperation und zur Verschlankung gibt es hinter der
Bühne: in den Werkstätten, im Depot. Sollten die Intendanten dort
sparen können, und das auch noch so sozialverträglich, wie sie es
versprechen, könnte letztlich mehr Geld für die Kunst bleiben. Wollen
wir's hoffen.
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Datum: 21.02.2012 - 22:00 Uhr
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