Neue OZ: Kommentar zu gemeinsames Abitur
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Die bildungspolitische Karte Deutschlands ist bunt wie ein
Flickenteppich. Wegen der föderalen Hoheit in Schulfragen sind die
Systeme von Bundesland zu Bundesland verschieden. Wo aber werden
Kinder am besten ausgebildet?
Untersuchungen haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass in
der Qualität des Unterrichts erhebliche Unterschiede zwischen den
einzelnen Ländern bestehen. Die Einführung von einheitlichen
Abschlussprüfungen wie dem Zentralabitur haben Leistungen zwar
vergleichbarer gemacht - allerdings bis auf eine Ausnahme nur
innerhalb eines Landes. Dass ein in Bremen abgelegtes Abitur mit der
Note "Zwei" längst nicht den Wert einer Bayern-Zwei besitzt, darf aus
den PISA-Studien abgeleitet werden. In einer Bildungslandschaft, in
der Abiturnoten oft über den Zugang zum Studium entscheiden, ist das
schlichtweg ungerecht und nicht weiter zu akzeptieren.
Das gemeinsame Abitur, das Niedersachsen mit fünf weiteren Ländern
angehen will, bedeutet einen ersten Schritt hin zu besserer
Vergleichbarkeit von Leistungen in Kernfächern - und damit zu mehr
Gerechtigkeit. Besonders erfreulich ist die Teilnahme Bayerns. Der
Freistaat, bei Bildungsstudien immer vorn dabei, wird kaum seine
Standards herunterschrauben. Vielmehr wird insbesondere Niedersachsen
gefordert sein, seine Ansprüche an Schüler und Lehrer zu steigern, um
im Wettbewerb mit dem Musterschüler nicht deutlicher als bisher
negativ aufzufallen.
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Datum: 26.02.2012 - 22:00 Uhr
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