Lausitzer Rundschau: Die Bezahlbarkeit fördern
Untersuchung warnt vor Wohnungsnot
ID: 586427
"Wohnungsnot" die Rede ist. In den neuen Bundesländern zum Beispiel
sieht man sich eher mit dem Problem von Leerständen konfrontiert. Und
auch im Westen der Republik ist die Lage keineswegs flächendeckend
dramatisch. Doch wer in München, Düsseldorf oder auch in Berlin und
Potsdam lebt, dem helfen Überangebote in Vorpommern und der Eifel
herzlich wenig. Im Kern geht es auch weniger um Wohnungsmangel. Wer
die Immobilien-Seiten in den Zeitungen liest, kann jedenfalls nicht
zu diesem Eindruck kommen. Im Kern geht es um den Mangel an
bezahlbarem Wohnraum. Hier hat die Politik in den letzten Jahren die
Hände in den Schoß gelegt. Sie ging davon aus, dass sich die
Situation schon durch die demografische Entwicklung entspannen würde.
Doch das ist ein Trugschluss. Zwar sinkt die Zahl der Kinder, aber
nicht die der Erwachsenen. Und weil viele von ihnen Singles sind,
wird die Zahl der Haushalte in den nächsten Jahren sogar noch
steigen. Das gilt insbesondere in den wirtschaftlichen
Ballungszentren. Dort ist eine demografische Entlastung nicht in
Sicht. Vor diesem Hintergrund muss der Staat seine Förderpolitik neu
überdenken und seine Hilfen auf die Einkommensschwächeren
konzentrieren. In Deutschland liegt der Anteil der Sozialwohnungen am
Wohnungsbestand gerade noch bei vier Prozent. In unseren
Nachbarländern Österreich, Frankreich und den Niederlanden sind es
mehr als dreimal so viel. Natürlich kostet diese Förderung Geld. Aber
bezahlbarer Wohnraum ist letztlich auch ein Beitrag zum sozialen
Frieden. Hier nur auf den Marktmechanismus von Angebot und Nachfrage
zu vertrauen, wäre blauäugig.
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Datum: 01.03.2012 - 21:47 Uhr
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