Westfalenpost: Kommentar zu Unternehmen/Energie/RWE sucht seine Rolle nach der Energiewende/Der Atom-Dino geht, die Probleme bleiben/Von Lorenz Redicker
ID: 589637
keinen Sanierungsfall, wie der scheidende Vorsitzende gestern korrekt
anmerkte, aber doch eine Baustelle. Der Energieriese RWE hat ja nicht
nur einen Gewinneinbruch um fast die Hälfte erlitten und einen
ordentlichen Schuldenberg angehäuft. RWE steckt inmitten einer
Energiewende, die der Konzern allzu lange verschlafen hat. Finanziell
blieb das eine Zeit lang folgenlos, inzwischen aber macht sich das
Zögern und Zaudern bei den Erneuerbaren in der RWE-Bilanz bemerkbar.
Großmann war und ist der Atom-Dino der Branche, der eifrigste
Klapperer für seine und die anderen deutschen Kernkraftwerke. Damit
hatte er kurzfristig Erfolg (Laufzeitverlängerung), bis ihm die
Atomkatastrophe von Fukushima einen Strich durch die gewinnträchtige
Rechnung machte. Großmann trommelte unbeirrt weiter für die
Atomkraft, diesmal erfolglos. Sein Nachfolger Peter Terium geht mit
dem Atomthema pragmatischer um: Neue AKW will der Holländer nur
bauen, sofern es sich rechnet. Und das tut es derzeit nicht,
jedenfalls nicht unter marktwirtschaftlichen Bedingungen. Das hatte
und hat die Atomkraft gemein mit vielen erneuerbaren Energien. Aber
hier greift der Staat ein, und deshalb lässt sich mit Erneuerbaren
Geld verdienen. Was viele Stadtwerke längst begriffen haben, RWE eher
nicht. Jetzt wollen die Essener in großem Stil in die
Offshore-Windkraft einsteigen. Energiepolitisch ist das sinnvoll,
Offshore-Strom gilt als grundlastfähig, fast immer bläst Wind. Ironie
der Geschichte: Für die Stromkunden ist die Windenergie vom Meer
inzwischen eine teure Angelegenheit - sie kostet mehr als Solarstrom
aus Großanlagen. Das Kern-Problem des Energieriesen RWE bleibt damit
bestehen: Er kann Großkraftwerke, dezentrale Stromerzeugung ist nicht
sein Ding, im Gegenteil. Die vielen Solardächer haben RWE das
Geschäft zuletzt richtig vermiest, dem Konzern Marktanteile genommen,
dazu die Preise kaputt gemacht. Die Solarförderkürzung kommt den
Versorgern (auch Eon) deshalb zupass. Ob damit der Trend zu
dezentralen Kraftwerken gestoppt wird, ist fraglich. Für RWE heißt
das: Der Konzern muss seine Rolle nach der Energiewende erst noch
finden. Es bleibt unruhig in Essen.
Pressekontakt:
Westfalenpost Hagen
Redaktion
Telefon: 02331/9174160
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 06.03.2012 - 18:56 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 589637
Anzahl Zeichen: 2555
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Hagen
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 195 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Kommentar zu Unternehmen/Energie/RWE sucht seine Rolle nach der Energiewende/Der Atom-Dino geht, die Probleme bleiben/Von Lorenz Redicker"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Westfalenpost (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Oliver Ruhnert, der designierte Generalsekretär des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Partei den nötigen Rückhalt ab. Merz habe "keine Hausmacht mehr", so Ruhnert im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Print: Mo
Westfalenpost: Herdecker Bürgermeisterin gibt erstes Interview nach Messerangriff ...
Die neue Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, hat sich rund drei Wochen nach der Messerattacke auf sie erstmals in einem Interview ausführlich öffentlich geäußert (Online: Freitag/ Print: Samstagsausgabe). Die 57-jährige SPD-Politikerin hatte am 7.Oktober in ihrem eigenen Haus lebensgef
Westfalenpost: Ministerpräsident Wüst: Keine neue Gebietsreform für NRW ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen vor 50 Jahren gewürdigt. "Die Gebietsreform war ein wichtiger Schritt, um die kommunale Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig zu machen", sagt er der WESTFALENPOST (WP; Online Mitt
Weitere Mitteilungen von Westfalenpost
Neue Westfälische (Bielefeld): Zwangsgeld gegen Zensusverweigerer Rechtsstaat HUBERTUS GÄRTNER ...
Die Europäische Union möchte verlässliche, vergleichbare und einheitliche Daten zu ihrer Bevölkerung haben. Deshalb hat ihr Parlament eine Volkszählung beschlossen, die im vergangenen Jahr durchgeführt wurde. Eine große Mehrheit der Bürger in Deutschland hat an der Erhebung ohne Murren t
Neue Westfälische (Bielefeld): NRW-CDU legt alternativen Haushaltsentwurf vor Über die Hürde PETER JANSEN, DÜSSELDORF ...
Niemand kann von der NRW-CDU erwarten, dass sie der rot-grünen Minderheitsregierung bei der bevorstehenden Entscheidung über den Haushalt 2012 über die Hürde hilft. Als größte Oppositionspartei hat sie den Anspruch, die ungeliebte Koalition abzulösen und nicht zu retten. Zu diesem Selbstv
Berliner Zeitung: Kommantar zu 100 Tage rot-schwarzer Senat ...
Alles in allem haben sich die Senatoren eingearbeitet - auf der Grundlage eines ordentlichen Koalitionsvertrags. SPD und CDU beginnen Vertrauen aufzubauen und setzen die richtigen Schwerpunkte. Dennoch wirkt der Senat bislang auf eine diffuse Art ambitionslos. Vielleicht liegt das auch daran, d
Berliner Zeitung: Kommentar zum Verhältnis der FDP zur Frauenquote ...
Patrick Döring, der Generalsekretär der FDP, beklagt, eine gesetzliche Frauenquote in börsennotierten Unternehmen sei ein Eingriff in das Eigentum der Aktionäre - und er hat recht. Solche Eingriffe in das Eigentum sind vom Gesetzgeber aus guten, aus den besten Gründen gewollt: Sie dienen




