Münchner Luft macht krank - Deutsche Umwelthilfe verklagt bayerische Landesregierung
ID: 591083
Anpassung des Luftreinhalteplans in München auf - Bisherige
Bemühungen greifen immer noch zu kurz - Besonders bei
Stickstoffdioxiden nach wie vor drastische Überschreitungen der
Grenzwerte
Weil die geltenden Grenzwerte gesundheitsschädlicher und
klimawirksamer Luftschadstoffe in der Landeshauptstadt nach wie vor
nicht eingehalten werden, hat die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) vor
dem Verwaltungsgericht München Klage gegen den Freistaat eingereicht
(VG München Az.: M 1 K 12.1046). Angesichts der zahlreichen
Überschreitungen fordert die Umweltschutzorganisation die bayerische
Landesregierung auf, den bisherigen Luftreinhalteplan entsprechend
anzupassen. Dieser gilt für die bayerische Landeshauptstadt seit
Dezember 2004 und wurde insgesamt vier Mal weitergeführt. Trotzdem
werden immer noch unzulässige Überschreitungen der Grenzwerte
gemessen, die nach der Prognose der Behörden mit den bisher gewählten
Maßnahmen selbst im Jahr 2015 noch bestehen sollen.
"Der Freistaat Bayern muss endlich Farbe bekennen. Im Sinne der
Bürgerinnen und Bürger von München müssen die gewählten Maßnahmen zur
Luftreinhaltung so ausgewählt werden, dass die Einhaltung der
Grenzwerte so schnell wie möglich erzielt wird und nicht irgendwann
in unbekannter Zukunft", sagt Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der
DUH. Allein 2011 verzeichnete die Messstation in der Landshuter Allee
48 Überschreitungstage für Feinstaub (PM10). Das sind dreizehn mehr
als gesetzlich pro Jahr erlaubt. Noch dramatischere Werte wurden für
Stickstoffdioxid NO2 gemessen. An der Landshuter Allee lag der Wert
45 µg/cbm, am Stachus 36 µg/cbm und an der Prinzregentenstraße 21
µg/cbm über dem erlaubten Grenzwert von 40 µg/cbm.
Nach Auffassung der DUH handelt Bayern gegenüber seinen
Bürgerinnen und Bürgern unverantwortlich. Die
Umweltschutzorganisation betonte, dass sowohl eine Verbesserung des
Öffentlichen Nahverkehrs, als auch eine Verschärfung der
Umweltzonenregelung dringend notwendig seien. Es sei unverständlich,
warum zwar der Bereich innerhalb des Mittleren Rings zur Umweltzone
erklärt wird, nicht aber der Mittlere Ring selbst, der im Bereich der
Landshuter Allee eine der schmutzigsten Straßen Deutschlands ist.
Unverständlich sei auch, warum die Umweltzone nicht vergrößert wird.
Nötig wäre darüber hinaus eine Filterpflicht für Baumaschinen
innerhalb Münchens, die zu den wichtigsten Emittenten von
gesundheitsschädlichem Dieselruß gehören. Auch eine flächendeckende
Nachrüstung von Linienbussen mit Partikelfiltern sei bei den in
München gemessenen Luftwerten unausweichlich. Oberstes Gebot in allen
Fällen müsse zudem eine konsequente Kontrolle der Regelungen sein.
Dies ist insbesondere bei der Umweltzone immer noch nicht der Fall.
"Es hat sich deutlich gezeigt, dass man dem Ziel nicht näher
kommt, wenn man auf Sparflamme kocht - die Messungen zeigen Rotalarm.
Da das Land untätig bleibt, sieht sich die DUH verpflichtet,
drastischere Maßnahmen zu ergreifen. Aus diesem Grund haben wir in
dieser Woche Klage gegen die Bayerische Landesregierung eingereicht",
erklärte Jürgen Resch.
Bereits in den Jahren 2005 bis 2007 hatte die Deutsche Umwelthilfe
den damals an der Landshuter Allee wohnhaften Dieter Janecek in
seiner Klage für die Umsetzung von sofort wirksamen Maßnahmen für die
Verbesserung der Luftqualität unterstützt. In diesem Zusammenhang
wurde damals vom Europäischen Gerichtshof das einklagbare "Recht auf
saubere Luft" bestätigt. Der richterliche Entscheid hatte unter
anderem zu einem Verbot für den LKW-Transit sowie zur Einführung der
Umweltzone in München geführt. Diese gilt jedoch nicht für die am
stärksten belastete Straße, die Landshuter Allee. "Es ist nicht
akzeptabel, dass hoch belastete Teile der Innenstadt nach wie vor
nicht in eine wirksame Luftreinhalteplanung einbezogen werden. Wir
sehen zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation, die von
den Verantwortlichen nach wie vor nicht genutzt werden", ergänzt Dr.
Remo Klinger, Anwalt der DUH.
Richtig umgesetzte Umweltzonen sind ein geeignetes Instrument zur
Verringerung verkehrsbedingter Partikelbelastung. Nicht nur die
Gesamtreduktion des PM10-Feinstaubs ist gesundheitlich entscheidend,
sondern die Reduktion des hoch-giftigen Dieselrußanteils im
Feinstaub. Dieser Anteil wird durch Umweltzonen nachweislich
erheblich reduziert. Umfragen der DUH haben ergeben, dass
Umweltzonenkontrollen in München auch im Jahr 2011 nur halbherzig
erfolgten. Auch gibt es für Baumaschinen, die örtlich bis zu 30
Prozent der Belastungen verursachen, keine Auflagen zum Einsatz von
Partikelfiltern.
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer Deutsche Umwelthilfe e.V.,
Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel.: 030 2400867-0, Mobil: 0171
3649170, E-Mail: resch@duh.de
Dr. Remo Klinger, Rechtsanwaltskanzlei Geulen & Klinger,
Schaperstraße 15, 10719 Berlin, Tel. 030 88472-80, 0171 2435458,
E-Mail: klinger@geulen.com
Dorothee Saar, Leiterin Verkehr Deutsche Umwelthilfe e.V., Hackescher
Markt 4, 10178 Berlin, Mobil: 01511 6225862, Tel.: 030 240086772,
E-Mail: saar@duh.de
Daniel Eckold, Pressesprecher, Hackescher Markt 4, 10178 Berlin;
Tel.: 0302400867-0, Mobil: 0151 550 17 009, E-Mail: eckold@duh.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 08.03.2012 - 10:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 591083
Anzahl Zeichen: 5918
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Berlin
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 211 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Münchner Luft macht krank - Deutsche Umwelthilfe verklagt bayerische Landesregierung"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutsche Umwelthilfe e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt eine neue Studie der Organisation The International Council on Clean Transportation (ICCT), die belegt, dass der Spritverbrauch und damit die CO2-Emissionen von Plug-in-Hybriden die offiziellen Angaben in der Praxis um ein Vielfaches übersteigen. Laut Studie
Einladung zur digitalen Pressekonferenz: Deutsche Umwelthilfe macht den Hitze-Check 2026 in deutschen Städten: Wo fehlt am meisten Grün? ...
Höchstwerte von 34 Grad schon im Mai - das ist ein Alarmsignal. Doch ist Deutschland für einen bevorstehenden Hitzesommer gewappnet? Finden Bürgerinnen und Bürger in ihrem unmittelbaren Umfeld ausreichend schattenspendende Bäume und kühlende Grünflächen - oder setzen die Städte weiter auf B
Zu viel Einweg: Umfrage der Deutschen Umwelthilfe deckt massive Müllprobleme von großen deutschen Musikfestivals auf ...
- DUH-Umfrage unter zehn der größten Musikfestivals in Deutschland zeigt massives Müllproblem durch zu viel Einweg für Getränke und Speisen, schlechte Mülltrennung, kostenfrei ausgegebene Merchandise-Artikel und zu hohen Anteil an Chemietoiletten - Parookaville verursacht allein an drei Fe
Weitere Mitteilungen von Deutsche Umwelthilfe e.V.
Weser-Kurier: Der "Weser-Kurier" (Bremen) kommentiert in seiner Ausgabe vom 8. März 2012 die Pläne des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble, Einkommen aus Freiwilligen-Diensten zu best ...
Instinktlos von Joerg Helge Wagner Wolfgang Schäuble ist ein Intensivtäter, was den Umgang mit Testballons betrifft: ob es nun 1994 das Thesenpapier zum "Europa der zwei Geschwindigkeiten" war, im vorigen Jahr der geplante deutsche Alleingang zur Börsenumsatzsteuer oder in jü
BERLINER MORGENPOST: Ohne Männer geht es einfach nicht - Leitartikel von Beatrix Fricke ...
Jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit schalte ich mein Autoradio ein, um mich auf den neuesten Stand zu bringen. Wenn es um Nachrichten und die schlimmsten Staus geht, werde ich meist auch ganz gut bedient. Bei den sogenannten unterhaltsamen Beiträgen bröselt allerdings nicht selten der Staub au
Westfalen-Blatt: Das Westfalen-Blatt (Bielefeld) zum Thema Steuerpläne: ...
Man kann's auch übertreiben. Mit dem jüngsten Ruf nach mehr Steuergerechtigkeit tut sich das Finanzministerium keinen Gefallen. Da sollen Wehrsold und Bufdi-Taschengeld besteuert werden - koste es, was es wolle. Denn die Einnahmen aus diesen Plänen werden kaum die Verwaltungskosten, die s
FT: Dummheit des Jahres ...
Zur Steuer auf Einkommen von Freiwilligendienstlern 336 Euro pro Monat. Das ist das Taschengeld eines Menschen, der sich im Bundesfreiwilligendienst engagiert. Eines Menschen, der sich 40 Stunden pro Woche für die Gesellschaft engagiert. Bislang waren diese 336 Euro steuerfrei - doch geht e




