Westfalenpost: Kommentar zu Atom/Fukuschima/Japans Katastrophe war Zäsur für Deutschland/Energiewe

Westfalenpost: Kommentar zu Atom/Fukuschima/Japans Katastrophe war Zäsur für Deutschland/Energiewende braucht politische Führung/Von Harald Ries

ID: 592609
(ots) - text

Von Japan aus gesehen wirken die deutschen Reaktionen auf die
Katastrophe von vor einem Jahr befremdlich: Die 19 000 Menschen, die
der Tsunami in den Tod gerissen hat, werden kaum beachtet, während
die Akw-Havarie, deren Strahlenbelastung nach Vermutungen der UN
nicht zu einer messbaren Zunahme der Krebsfälle führen wird, eine
dramatische Umkehr in der Politik auslöst. Das kann man in einem von
Tsunamis gar nicht und von Erdbeben nur sehr mäßig bedrohten Land
schon seltsam finden. Ohne Fukushima hätten wir jetzt nicht den
ersten grünen Ministerpräsidenten. Die Katastrophe in Japan hat dort
zu einem "Weiter so" geführt und hier zu einer Zäsur. Doch was
merkwürdig entsteht, muss nicht falsch sein: Die Energiewende ist
politisch geboten, von der Bevölkerung mehrheitlich gewünscht und
ökonomisch langfristig vernünftig. Gelingen kann das riskante Manöver
aber nur, wenn auf die ehrgeizigen Ankündigungen eine aktive und
umsichtige Gestaltung folgt. Und an der mangelt es noch sehr. Das
betrifft nicht nur die Rö-Rö-Rangeleien zwischen Umweltminister
Röttgen und Wirtschaftsminister Rösler. Da sollen Offshore-Windparks
entstehen, ohne dass die nötigen Überlandleitungen geplant sind, da
fließen Steuermilliarden, die anderweitig dringend gebraucht würden,
in die ineffiziente Photovoltaik. Wir benötigen aber nicht nur ein
besseres technisches Management, sondern eine gesellschaftliche
Initiative, die alle Bürger begeistert und mitnimmt für ein ungemein
ehrgeiziges Projekt, das Deutschland zum Ökostrom-Pionier machen und
zukunftsträchtige Industrien schaffen könnte. Dazu müssen aber die
Privathaushalte wissen, was auf sie zukommt, und die
mittelständischen Unternehmen, von denen dieses Land lebt, brauchen
verlässliche Rahmenbedingungen. Dringend erforderlich ist also
politische Führung. Das geht an die Adresse der Kanzlerin, die zwar


die Energiewende handstreichartig befohlen hat, aber seitdem bei dem
Thema abgetaucht ist. Wir können das schaffen. Wir müssen. Denn wenn
es uns nicht gelingt, wird es kein anderes Land wagen. Und wenn doch,
dürfen wir statt Kopfschütteln über Hysteriker einmal wieder Respekt
für deutsche Tüftler erwarten.



Pressekontakt:
Westfalenpost Hagen
Redaktion

Telefon: 02331/9174160

Themen in dieser Pressemitteilung:


Unternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug zum Hotel-Urteil des BGH Westdeutsche Zeitung: Die Hartz-IV-Regelung unter den EFA-Staaten birgt Risiken - Die Helfer dürfen nicht überfordert werden
Ein Kommentar von Lothar Leuschen
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.03.2012 - 18:34 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 592609
Anzahl Zeichen: 2537

Kontakt-Informationen:
Stadt:

Hagen



Kategorie:

Politik & Gesellschaft



Diese Pressemitteilung wurde bisher 213 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Westfalenpost: Kommentar zu Atom/Fukuschima/Japans Katastrophe war Zäsur für Deutschland/Energiewende braucht politische Führung/Von Harald Ries"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Westfalenpost (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Westfalenpost: Bundesliga-Manager wird BSW-Generalsekretär: "Merz hat keine Hausmacht mehr" / Oliver Ruhnert wechselt in die Politik und kommt wie der Kanzler aus dem Sauerland ...
Oliver Ruhnert, der designierte Generalsekretär des Bündnisses Sahra Wagenknecht (BSW), spricht Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Partei den nötigen Rückhalt ab. Merz habe "keine Hausmacht mehr", so Ruhnert im Interview mit der in Hagen erscheinenden WESTFALENPOST (Print: Mo

Westfalenpost: Herdecker Bürgermeisterin gibt erstes Interview nach Messerangriff ...
Die neue Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer, hat sich rund drei Wochen nach der Messerattacke auf sie erstmals in einem Interview ausführlich öffentlich geäußert (Online: Freitag/ Print: Samstagsausgabe). Die 57-jährige SPD-Politikerin hatte am 7.Oktober in ihrem eigenen Haus lebensgef

Westfalenpost: Ministerpräsident Wüst: Keine neue Gebietsreform für NRW ...
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat die Kommunale Neugliederung in Nordrhein-Westfalen vor 50 Jahren gewürdigt. "Die Gebietsreform war ein wichtiger Schritt, um die kommunale Verwaltung in Nordrhein-Westfalen zukunftsfähig zu machen", sagt er der WESTFALENPOST (WP; Online Mitt


Weitere Mitteilungen von Westfalenpost


Frankfurter Neue Presse: Griechenland: "Private Gläubiger könnten am Ende die Gewinner sein" Leitartikel von Panagiotis Koutoumanos ...
Die Steine, die gestern Politikern in ganz Europa vom Herzen gefallen sind, waren unüberhörbar. Von einem wichtigen, bedeutsamen oder gar historischem Abkommen war angesichts des nun gelungenen Schuldenschnitts für Griechenland die Rede. Und natürlich ließen es sich die Vertreter der Finanz

Ostsee-Zeitung: NGG-Chef Möllenberg kritisiert BGH-Urteil im Fall des Ex-NPD-Chefs Voigt: "Das geht nicht weit genug." ...
Rostock. Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Franz-Josef Möllenberg hat das BGH-Urteil zum Fall des früheren NPD-Chefs Udo Voigt kritisiert. Der Gewerkschaftschef sagte der Ostsee-Zeitung (Sonnabend): "Das geht nicht weit genug. Diese Entscheidung ist keine

Mindener Tageblatt: Kommentar zu: Ein Jahr Fukushima / Blick in den Abgrund ...
Als vor einem Jahr vor Japan die See bebte und ein gewaltiger Tsunami ganze Küstenstriche zerschmetterte, ereignete sich weit mehr als eine furchtbare Naturkatastrophe. Natürlich, die zehntausende Toten und die verheerenden Verwüstungen waren ein neuerlicher grausamer Tribut an die tektonisch

Rheinische Post: AOK-Chef Jacobs kritisiert Kauder-Vorstoß für niedrigeren Beitragssatz ...
Der Chef der AOK Rheinland/Hamburg Wilfried Jacobs hat den Vorstoß von Unionsfraktionschef Volker Kauder für einen niedrigeren Kassenbeitrag kritisiert. "Ich halte es nicht für Ausdruck großer Kreativität, wenn die Politik jede Woche einen neuen Vorschlag macht, wie notwendige Finanzre


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z