Neue OZ: Kommentar zu homosexuelle Schützenpaare
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Die Fahne der Tradition hält der Bund der Historischen Deutschen
Schützenbruderschaft nach eigenem Bekunden hoch. Werte überliefern,
Bewährtes pflegen - Tradition ist an sich nichts Schlechtes, im
Gegenteil. Mit der Entscheidung des Verbandes, homosexuelle
Schützenkönigspaare aus seinen Reihen zu verbannen, hat der Verband
aber vor allem gezeigt, dass bei ihm auch die Intoleranz in fester
Tradition steht.
Schwule Schützenbrüder, okay. Homosexuelle Königspaare, nein danke
- so stimmten die Schützenbrüder mit klarer Mehrheit ab. Der
Lebensgefährte des Vereinsregenten muss in der zweiten Reihe laufen,
im wahrsten Sinn. Wo es repräsentativ wird, darf das Paar sich als
solches nicht zeigen. Dies sei mit der christlichen Tradition der
Bruderschaft nicht vereinbar.
Jeder und jede Homosexuelle muss sich hier vor den Kopf geschlagen
fühlen, denn der Ausschluss zeugt von einem eklatanten Mangel an
menschlichem Respekt. Gerade dafür, für Akzeptanz und eine offene
Gesellschaft, haben Schwule und Lesben gekämpft und wertvolle Erfolge
errungen. Homosexuelle Paare haben mehr Rechte als je zuvor, erleben
mehr Toleranz, sind selbstbewusster. Sie auszuschließen ist
zweifellos von gestern.
Sich auf Traditionen zu berufen kann ehrenwert und zielführend
sein. Es vermittelt Sicherheit und Stabilität in einer schnelllebigen
Zeit. Vor dem Wandel die Augen zu verschließen aber hat mit Tradition
gar nichts zu tun.
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Datum: 11.03.2012 - 22:00 Uhr
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