Organspendedebatte: Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. fordert ehrliche und umfassende Aufklärung im Organspenderausweis
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Organspendedebatte: Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. fordert ehrliche und umfassende Aufklärung im Organspenderausweis
Darin solle dargelegt werden, dass ein neuer Todesbegriff, der sogenannte Hirntod, eingeführt wurde, um Organentnahmen bei lebendigem Leib zu ermöglichen. Zudem sollen Informationen zu den folgenden Fragen gegeben werden: 'Wie wird das Hirnversagen festgestellt? Werden dabei die neuesten Untersuchungsmethoden angewandt? Können Organspender eine Narkose einfordern, wie sie seit kurzem in der Schweiz vorgeschrieben ist? Welche Organe können entnommen und verpflanzt werden? Welche Gewebe können entnommen werden? Wer kontrolliert und gewährleistet, dass die persönliche Willenserklärung eingehalten wird?' Im Ausweis müsse auch darauf hingewiesen werden, dass die Angehörigen das Recht auf Einsicht in die Krankenakte, das Hirntodprotokoll und die Aufzeichnungen von der Entnahmeoperation haben.
'Die Hirntoddiagnostik wird an einem Menschen durchgeführt, der noch den Status eines Patienten hat und dem damit alle Rechte eines solchen zustehen. Das heißt, potenzielle Organspender müssen umfassend über die Gefährlichkeit des Apnoetests informiert werden sowie darüber, dass ihnen die größten Schmerzreize gesetzt werden, die in diesem fragilen Zustand möglicherweise erst den Tod bringen', heißt es in dem offenen Brief.
'Die Einführung des Hirntodkonzeptes durch die Transplantationsmedizin ist nach unserer Erfahrung eine bittere Lektion in Sachen Demokratie, denn Interessengruppen haben den Tod neu definiert, ohne die medizinischen Laien zu informieren', kritisiert die Initiative KAO. 'Wissenschaftliche Erkenntnisse, dass der Hirntod nicht der Tod des Menschen ist, werden verschwiegen (siehe White Paper des President's Council on Bioethics, USA 2008). International versuchen Vertreter der Transplantationsmedizin daraufhin, den Begriff des 'justified killing' einzuführen. Das Grundrecht auf Selbstbestimmung wird verletzt, weil die stellvertretende Zustimmung von Angehörigen, die sich im Schockzustand befinden, zur Regel geworden ist: Neun von zehn Organspendern haben nicht selbst eingewilligt, und vielen Angehörigen geht erst hinterher die Tragweite ihrer stellvertretenden Zustimmung auf. Diesen Missstand will man durch die vorgeschlagene Erklärungslösung beheben, indem die Bürgerinnen und Bürger regelmäßig aufgefordert werden sollen, über Organspende nachzudenken und sich möglichst zu erklären', verdeutlicht KAO in dem Brief.
Doch ohne eine offene und ehrliche Information über alle Voraussetzungen, den Ablauf und die Konsequenzen einer Organentnahme, bei der keine Sterbebegleitung möglich ist, bleibe die Organentnahme von Sterbenden im Hirnversagen 'eine zutiefst inhumane Vorgehensweise, die auch nicht durch die Hilfe für Menschen, die auf ein fremdes Organ warten, gerechtfertigt werden kann.'
Die Initiative 'Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V.' bittet den Bundestagspräsidenten abschließend, sich für einen ehrlichen Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern in diesem ethisch umstrittenen Bereich einzusetzen und daran mitzuwirken, dass der Organspendeausweis alle Informationen enthält, die für eine tragfähige Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger notwendig sind.
Auf ihrer Webseite unter http://www.initiative-kao.de bietet KAO ausführliche kritische Hintergrundinformationen und Angehörigenberichte zu den Themen Organspende, Organentnahme und Hirntod an, um Interessierte auch über die andere Seite der Transplantationsmedizin zu informieren.
Pressekontakt:
Renate Focke, 1 Vorsitzende KAO
Ricarda-Huch-Str. 13
28215 Bremen
Deutschland
Tel: 0421-6734305
Email: anfrage@initiative-kao.de
Internet: http://www.initiative-kao.de
Über den Verein 'Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. - KAO'
Kritische Aufklärung über Organtransplantation e.V. (KAO) ist eine Initiative, gegründet von Eltern, die ihre verunglückten Kinder zur Organspende freigegeben haben, ohne die Hintergründe zu diesem Zeitpunkt genau genug zu kennen. Erst nachdem unsere Kinder beerdigt waren, haben wir begriffen, wozu wir ja gesagt hatten. Wir haben begriffen, dass lebende Organe nicht von Menschen entnommen werden können, die so tot sind, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir haben unsere Entscheidung daher bitter bereut. Durch unsere Zustimmung waren unsere Kinder in ihrem Sterbeprozess, indem sie unserer besonderen Liebe bedurften, ungeschützt alleingelassen und einer Organentnahme überantwortet, die uns hinterher wie das Ausschlachten eines Autowracks erschien.
In dieser Situation haben wir uns entschlossen, durch Aufklärung dazu beizutragen, dass andere Eltern unter ähnlichen Umständen davor bewahrt werden, unvorbereitet wie wir mit der Frage der Organspende konfrontiert zu werden.
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Datum: 12.03.2012 - 19:15 Uhr
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