Neue OZ: Kommentar zu Studie zur Chancengleichheit
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Die Oldenburger Erziehungswissenschaftlerin Astrid Kaiser hat in
einer Studie nachgewiesen, dass Lehrer Schüler mit Vornamen, die in
bildungsfernen Schichten besonders gern vergeben werden, häufig für
Problemfälle halten. Dabei führte "Kevin" die Rangliste der negativ
besetzten Namen an.
Schüler, die so heißen, werden oft als verhaltensauffällig und
leistungsschwach eingeschätzt. Ein Teilnehmer der Umfrage ließ sich
sogar zu der Feststellung "Kevin ist kein Name, sondern eine
Diagnose" hinreißen. Dieses Kevinismus genannte Phänomen steht für
die meist unbewusste Bildung von Vorurteilen.
Die jetzt erneut nachgewiesene Chancenlosigkeit von Schülern aus
schwachen sozialen Schichten dagegen ist schon lange ein Fakt. Allen
Verantwortlichen ist spätestens seit PISA klar, dass es unserem
Schulsystem an Durchlässigkeit fehlt.
Doch obwohl die Diagnose seit Jahren steht, ist die Erkrankung
offenbar chronisch geworden. Das ist ein Armutszeugnis.
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Datum: 12.03.2012 - 22:00 Uhr
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