Halle-Wittenberg / Jena erhält Zuschlag für das Zentrum für Polenstudien

Halle-Wittenberg / Jena erhält Zuschlag für das Zentrum für
Polenstudien

ID: 596506
(ots) - Eine Auswahlkommission unter Leitung der Stiftung für
deutsch-polnische Zusammenarbeit (SdpZ) hat entschieden, den Zuschlag
für die Einrichtung eines Zentrums für Polenstudien an die
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die
Friedrich-Schiller-Universität Jena zu vergeben. Neben der SdpZ
fördern die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung (DPWS) und der
DAAD das Vorhaben. Die Stiftereinrichtungen begründeten ihre
Entscheidung damit, dass die Universitäten ein anspruchsvolles,
interdisziplinär angelegtes Konzept modern verstandener area studies
vorlegten.

Damit wird neben der Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und
dem Mainzer Polonicum ein weiteres Standbein fächerübergreifender
polenbezogener Studiengänge in Deutschland geschaffen und
entsprechend der Absicht der Stiftereinrichtungen die polenbezogene
Kompetenz in Deutschland gestärkt.

Die Förderung sieht vor, die Einrichtung eines Lehrstuhls und
Forschungsvorhaben im interdisziplinären Verbund für drei bis maximal
fünf Jahre zu bezuschussen, wobei von den Universitäten selbst ein
hohes Engagement an finanzieller Beteiligung und die Verstetigung des
Zentrums nach Ablauf der Förderung erwartet wird. Nach dem Beschluss
der Auswahlkommission beginnen jetzt die Detailverhandlungen mit der
Universitätsleitung und der SdpZ, dem DAAD und der DPWS.

Der Auswahlkommission gehörten die Stiftereinrichtungen und
Universitätsvertreter an sowie Beobachter beider Regierungen.

Dr. Albrecht Lempp, geschäftsführender Vorstadt der Stiftung für
deutsch-polnische Zusammenarbeit, bedankte sich bei dem polnischen
Botschafter, Dr. Marek Prawda, für die gute Kooperation und das
Engagement im Vorfeld und begrüßte die Aussicht, dass auch die
polnische Regierung durch Forschungsvorhaben und Kooperationen das
Zentrum für Polenstudien unterstützen will.



"Zahlreiche Institute der Martin-Luther-Universität pflegen seit
vielen Jahren gute Beziehungen zu polnischen Partnern. Mit fünf
Hochschulen haben wir Kooperationsverträge geschlossen. Ich freue
mich, dass diese Aktivitäten durch die Entscheidung der Stiftung für
die deutsch-polnische Zusammenarbeit belohnt und unterstützt werden",
sagt Prof. Dr. Udo Sträter, Rektor der Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg. "Hervorzuheben ist natürlich auch, dass die
Kooperation der Universitären Halle-Wittenberg und Jena damit erneut
Früchte trägt."

"Die Friedrich-Schiller-Universität mit ihren traditionsreichen
Beziehungen in den Osten wird um einen wichtigen Baustein reicher
durch das neue Zentrum für Polenstudien, das unsere Stärken vom
Kaukasus über den Balkan bis nach Osteuropa ausbaut. Gerade für die
Slawistik und das exzellente Imre-Kertész-Kolleg mit seinen engen
Beziehungen nach Polen wird eine noch breitere Basis geschaffen, die
Forschung, Lehre und das Kooperationsklima weiter befruchten wird",
sagt Prof. Dr. Klaus Dicke, Rektor der Friedrich-Schiller-Universität
Jena.

Die hohe Beteiligung und das große Interesse zeigt nach Meinung
von Frau Prof. Claudia Kraft, dass die deutschen Universitäten sehr
wohl einen gestiegenen Bedarf an einer auf Polen bezogenen Kompetenz
nicht nur in den klassischen philologischen Fächern sehen, sondern
gerade auch fachübergreifend im Bereich Wirtschaftslehre, Jura,
Soziologie und Kulturwissenschaften.

Endrunde mit zehn renommierten Hochschulen

An der Endauswahl nahmen zehn Universitäten mit zum Teil sehr
differenzierten Vorschlägen und Angeboten für die Einrichtung eines
Zentrums für Polenstudien teil. Interessant ist, dass der Bedarf
sowohl in den östlichen wie auch westlichen Bundesländern besteht.
Dr. Albrecht Lempp (SdpZ) zeigte sich erfreut über die vielen
positiven Ansätze, die Polenstudien zu verbessern und gab seiner
Hoffnung Ausdruck, dass die exzellenten Projektangebote, die jetzt
nicht zum Zuge gekommen sind, im einen oder anderen Fall doch
umgesetzt werden können.

Die Martin-Luther Universität Halle-Wittenberg und die
Friedrich-Schiller-Universität Jena, an denen zurzeit mehr als 40.000
Studenten eingeschrieben sind, kooperieren bereits seit 1995 im
Universitätsverbund, dem auch die Universität Leipzig angehört. Der
neue nach dem Historiker und Slawisten Alexander Brückner benannte
Lehrstuhl wird am Zentrum für interdisziplinäre Regionalstudien in
Halle mit einer durch die Universität finanzierten
Koordinationsstelle angesiedelt sein.

Die SdpZ fördert die deutsch-polnischen Beziehungen jährlich mit
vier Millionen Euro. Der DAAD und die DPWS sind Träger eines
intensiven wissenschaftlichen Austausches zwischen beiden Ländern.

Rückfragehinweis:
Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, Dorota Katner
tel. +48 (22) 338 62 57
e-mail: dorota.katner@fwpn.org.pl
www.sdpz.org

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Datum: 15.03.2012 - 14:01 Uhr
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