Neue OZ: Kommentar zu Jubiläumsjahr Grimms Märchen
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Märchenhafte Zeiten gab es noch nie, auch nicht im Märchen. "Und
wenn sie nicht gestorben sind . . .": Die vermeintlich alle Konflikte
besänftigende Schlussformel vieler Märchentexte ist nicht mehr als
ein Trostpflaster. Das wissen wir aus dem wirklichen Leben, in dem
das gute Ende aller Geschichten weiß Gott nicht garantiert ist.
Märchen lesen wir schon lange nicht mehr mit naivem Kinderglauben,
auch nicht die der Brüder Grimm. Dafür lohnt ein anderer Blick auf
vertraute Märchen-Klassiker. Dieser Blick richtet sich auf das, wovon
Märchen auch berichten, auf verborgene Konflikte, Erlebnisse der
Ausgrenzung und der Angst vor Schuld und Versagen. Märchen bewahren
einen Schatz kollektiver Erfahrungen. Den gilt es neu zu heben,
gerade im Jubiläumsjahr von Grimms Märchen. Zum runden
Geburtstagsdatum sollten wir auch fragen, ob Märchen uns noch
erreichen. Grimms Märchen im Digitalzeitalter, geht das?
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Datum: 16.03.2012 - 22:00 Uhr
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