Warnstreiks an deutschen Flughäfen
ID: 604011
Gewerkschaften überzogen - Anstrengungen der Flughäfen nach
gesicherten Arbeitsplätzen in den Bodenverkehrsdiensten werden
konterkariert.
Am heutigen Dienstag finden Warnstreiks an vielen deutschen
Verkehrsflughäfen statt. Die Gewerkschaften möchten damit unter
anderem auch ihrer Forderung nach einer "allgemeinen Flughafenzulage"
Nachdruck verleihen. Begründet wird diese Zulage mit vermeintlichen
Erschwernissen durch Auflagen von Safety und Security. Zusammen mit
den anderen Forderungen läuft dies auf einen Sockelbetrag von 290
Euro für die Beschäftigten der Verkehrsflughäfen hinaus. Von den über
35.000 direkt von den Flughäfen Beschäftigten arbeiten zwei Drittel
der Belegschaft in den Bodenverkehrsdiensten. Alleine an Deutschlands
größtem Flughafen werden 14.000 Beschäftigte nach den
Vergütungsstrukturen des TVÖD bezahlt.
Der Flughafenverband ADV zeigt für die Forderung der
Gewerkschaften nach einer allgemeinen Flughafenzulage keinerlei
Verständnis. "Die Forderungen der Gewerkschaften kommen zur Unzeit
und konterkarieren alle Anstrengungen der Flughäfen, auch in Zukunft
gesicherte Arbeitsplätze in den Bodenverkehrsdiensten anzubieten.
Flughäfen erzielen bereits heute in den Bodenverkehrsdiensten keine
Gewinne mehr. Hinzu kommt, dass noch weiter verschärfte
Marktbedingungen drohen. So rufen die Airlines bei der EU in Brüssel
nach zusätzlichen Liberalisierungsschritten und einem verschärften
Preiswettbewerb. Folglich ist die Vermeidung von Kostensteigerungen
im Bodenverkehrsdienst für die Flughafenbetreiber das höchste Gebot",
erklärt Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbandes ADV
in Berlin.
Die Flughäfen in Deutschland bekennen sich zu ihrer Verantwortung
gegenüber den Beschäftigten. Gerade vor dem Hintergrund der
schwierigen Beschäftigungssicherung in den Bodenverkehrsdiensten
müssen weitere Wettbewerbsverzerrungen und Kostensteigerungen
vermieden werden. Bereits heute liegen die Personalkosten von
Flughäfen mit TVÖD-Tarifen deutlich über denen anderer Dienstleister.
Faktisch konnte die Bodenabfertigung der Flughäfen bislang nur
deshalb weitergeführt werden, weil es gelang, dem Preisdruck der
Airlines durch massive Prozesskostensenkungen sowie durch
verantwortungsvolle Zugeständnisse der Tarif- und Betriebspartner mit
teilweise abgesenkten Tariflöhnen entgegenzuwirken.
Pressekontakt:
Bruni Schubert
Pressesprecherin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 030/310118-52
Mobil: 0163/1907039
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Datum: 27.03.2012 - 08:58 Uhr
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