Factoring 2011: Factoring wächst weiter mit 18,89 Prozent
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Factoring 2011: Factoring wächst weiter mit 18,89 Prozent
"Im Durchschnitt wuchs das Factoring-Volumen in den letzten zehn Jahren jährlich um fast 20 Prozent; seit 2005 hat sich das Factoring-Volumen fast verdreifacht, das ist ein stolzes Ergebnis für die Branche", fasst Joachim Secker, Sprecher des Vorstandes des Deutschen Factoring-Verbandes, die Zuwächse der letzten Jahre plastisch zusammen.
Auch die Anzahl der Neukunden nahm wiederum zu, auf nunmehr rund 14.600, gegenüber 2010 ein neues Plus von über 20 Prozent. Die deutsche Wirtschaft wuchs in 2011 um insgesamt drei Prozent; von diesem Erfolg konnte auch der deutsche Factoring-Markt 2011 erneut überproportional stark profitieren. Verantwortlich für das erfreuliche Wachstum waren neben der guten Wirtschaftsentwicklung in wichtigen Factoring-Branchen die national gestiegenen Konsumausgaben, höhere Investitionen sowie die auch im gesamten Jahr wieder starke Exportwirtschaft von Produkten und Dienstleistungen "made in Germany".
Infolge des erneuten Wachstums übersteigt die Factoring-Quote, also das Verhältnis zwischen dem angekauften Forderungsvolumen und dem Bruttoinlandsprodukt (BIP), im Ergebnis (gemessen am Umsatz der Mitgliedsunternehmen des Deutschen Factoring-Verbandes) erstmalig eine neue Hürde und liegt nun bei 6,12 Prozent (Zuwachs um 0,82 Prozentpunkte). Die Factoring-Quote steigt damit wiederum und bereits im dritten Jahr jeweils um rund einen Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr an, was die zunehmende Bedeutung des Factorings, gerade im Mittelstand, statistisch belegt: Der Umsatz der Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbandes entspricht also zwischenzeitlich mehr als stolzen sechs Prozent des gesamten deutschen Bruttoinlandsproduktes!
Auch die Forderungslaufzeit erreichte endlich fast wieder Vorkrisenniveau und beträgt nun 40,7 Tage (gegenüber noch 41,1 Tagen in 2010 und 2009 sowie gegenüber 40,5 Tagen in 2008). Hieran dürfte vor allem auch die starke Binnenkonjunktur ihren Anteil haben, die Arbeitsplätze sicherte und mitverantwortlich für das verbesserte Zahlungsverhalten der Debitoren war.
Das Wachstum hinsichtlich Umsatzvolumen und in den gestiegenen Kundenzahlen zeigte sich wiederum auch in der erneut gestiegenen Anzahl der Debitoren auf nun-mehr 4.273.000 (plus 7,8 Prozent gegenüber 2010).
Die Top 5 der wichtigsten Schwerpunktbranchen im Factoring blieb weitgehend unverändert: Es dominieren Handel/Handelsvermittlung, Dienstleistungen, Herstellung von Metallerzeugnissen/Maschinenbau, Ernährungsgewerbe, Metallerzeugung und -verarbeitung. Bemerkenswerte Veränderungen nach oben gab es jedoch u. a. bei der Herstellung chemischer Erzeugnisse und von Gummi- und Kunststoffwaren, aber auch in Abstufungen, u. a. in den Segmenten Holzgewerbe sowie im sonstigen verarbeitenden Gewerbe.
Der Anteil der Inhouse-Variante im Factoring ist in 2011 wieder leicht auf rund 77,2 Prozent zurückgegangen, das Full-Service-Factoring konnte leicht auf nunmehr über 19 Prozent zulegen. Ein Grund dürfte darin zu suchen sein, dass Full-Service-Angebote im Mittelstand häufiger nachgefragt werden. Zudem gab es eine leichte Zunahme im Fälligkeitsfactoring auf nunmehr knapp 3,7 Prozent.
2011 wurden erstmals Waren im Wert von über einer Billion Euro exportiert. Dieser Boom bei Produkten "made in Germany" führte auch zu einer dynamischen Entwicklung im internationalen Factoring-Geschäft: Das Export-Factoring erhöhte sich auf 34,49 Mrd. Euro, ein Anstieg um 15,93 Prozent, während das Importgeschäft sogar um 33,21 Prozent auf nunmehr 3,65 Mrd. Euro anstieg. Wachstumsimpulse kamen dabei nicht nur aus den alten Partnerschaften im Westen Europas, auch die Vereinigten Staaten von Amerika scheinen zwischenzeitlich wieder Tritt gefasst zu haben.
Vor dem Hintergrund der vom Baseler Ausschuss für Bankenregulierung unter dem Stichwort Basel III entwickelten Regularien mit ihren Vorwirkungen ab 2013 auch auf das nationale Recht ist davon auszugehen, dass die Finanzdienstleistung Factoring weiterhin deutliches Potenzial in Deutschland aufweist, vor allem im Mittelstand. Die Mitglieder des Verbandes gehen daher hinsichtlich der künftigen Entwicklung mit deutlich positivem, wenn auch gegenüber dem Vorjahr leicht abgeschwächtem Optimismus ins Jahr 2012: Knapp 74 Prozent der Mitglieder erwarten mindestens eine "gute" Entwicklung, weitere fast 22 Prozent sehen eine jedenfalls "befriedigende" Geschäftsentwicklung und nur vier Prozent gehen von schlechteren Geschäftsentwicklungen aus. Diese auf den deutschen Factoring-Markt bezogene grundsätzlich erfreuliche Perspektive wird allerdings von (über-)nervösen Finanzmärkten, der globalen Staatsschuldenkrise und zunehmenden Zweifeln an der politischen Handlungsfähigkeit in weiten Teilen der Welt überschattet. Hinzu kommen die politischen Instabilitäten in Nordafrika und die sich verschärfende Lage im Nahen Osten, Letztere mit verstärktem Augenmerk auf das wichtige Thema Energieversorgung.
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Datum: 28.03.2012 - 14:15 Uhr
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