Südwest Presse: KOMMENTAR · BENZINPREISE
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Gibt es ein Grundrecht auf billiges Benzin? Nein - auch wenn sich
die aufgeregte Diskussion in der Öffentlichkeit so anhört. Die
Prinzipien der Marktwirtschaft werden schnell und bedenkenlos über
Bord geworfen, wenn Benzin und Diesel an den Zapfsäulen neue
Höchstmarken erreichen. Dann soll es der Staat richten. Und es gibt
genug Politiker, die Abhilfe versprechen. Dabei ist das meist blanker
Populismus. Wenn die Lufthansa bei großer Nachfrage besonders hohe
Ticketpreise verlangt oder Eier vor Ostern regelmäßig teuer sind,
ruft keiner nach dem Gesetzgeber. Ganz anders beim Benzin. Dabei
folgt auch dieser Preis schlicht Angebot und Nachfrage, wie das
Wirtschaftsstudenten schon im ersten Semester lernen. Dagegen hilft
nur viel Wettbewerb unter den Anbietern. Das ist das Hauptproblem:
Die fünf großen Anbieter bilden ein Quasi-Kartell, das zu knacken
noch keinem gelungen ist. Daher hilft es nur, die Konkurrenten zu
stärken, insbesondere die freien Tankstellen. Richtig ist es
vorzuschreiben, dass sie nicht teurer beliefert werden dürfen als die
konzerneigenen Zapfsäulen. Die teilweise erheblichen
Preisschwankungen im Tagesverlauf sind zweifellos ein Ärgernis. Aber
ob das Preisniveau insgesamt sinkt, wenn die Preise nur noch einmal
am Tag erhöht werden dürfen, ist zu bezweifeln. Die freien
Tankstellen warnen, das würde ihnen das Geschäft noch schwerer
machen. Und das wäre genau das Falsche.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218
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Datum: 30.03.2012 - 19:10 Uhr
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