Kölner Stadt-Anzeiger: Kritik an Sicherheitsbehörden im Mordfall Lena
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CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, hat anlässlich des
Mordfalls Lena in Emden Kritik an den Sicherheitsbehörden und einem
Teil der Internetgemeinde geübt. "Polizei und Staatsanwaltschaft
haben ein Interesse an einem raschen Fahndungserfolg", sagte der
CSU-Politiker dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Samstag-Ausgabe). "Deshalb
sind sie manchmal etwas voreilig und riskieren zu häufig einen zu
schnellen Gang an die Öffentlichkeit." Dies sei immer häufiger zu
beobachten. Uhl fügte hinzu: "Die Vorfälle zeigen wieder einmal,
welche Kräfte im Internet frei gesetzt werden können. Die sind nicht
immer zu begrüßen. Das Internet kann das zivilgesellschaftliche
Verhalten der Menschen zum Negativen verändern." SPD-Innenexperte
Dieter Wiefelspütz erklärte dem "Kölner Stadt-Anzeiger": "Ich bin
sehr dafür, dass Leute, die zur Lynchjustiz aufrufen, unnachgiebig
verfolgt werden." Vor allem online gebe es "Teilaspekte eine
Lynchatmosphäre", die er scharf kritisieren müsse, betonte
Wiefelspütz. "So schön das Internet ist: Dies ist eine seiner dunklen
Seiten." Polizei und Staatsanwaltschaft hatten einen 17-Jährigen als
tatverdächtig verhaftet, diesen später aber wieder frei lassen
müssen, weil er sich als unschuldig erwies. In der Zwischenzeit
hatten Bürger sowohl vor der Emdener Polizeiwache als auch im
Internet Drohungen gegen den Jugendlichen ausgestoßen. Dies hatte der
Direktor des Kriminologischen Forschungs-Instituts Niedersachsen,
Christian Pfeiffer, den Sicherheitsbehörden angelastet.
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Datum: 30.03.2012 - 22:22 Uhr
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