Viele Vorschulkinder weisen Sprachauffälligkeiten auf- Kindersprachscreening des Landes ermöglicht frühzeitiges Gegensteuern
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Viele Vorschulkinder weisen Sprachauffälligkeiten auf- Kindersprachscreening des Landes ermöglicht frühzeitiges Gegensteuern
Staatssekretärin Petra Müller-Klepper: "Defizite frühzeitig erkennen und durch Sprachförderung beheben"
Ein erheblicher Teil der Vorschulkinder in Hessen weist Sprachauffälligkeiten auf. Dies zeigen die Ergebnisse des Landes-Kindersprachscreenings (KiSS), - eine Sprachstandserfassung für vier- bis viereinhalb Jährige, die in den Kindertagesstätten durchgeführt wird. "22,5 Prozent der Kinder deutscher Herkunft und 51,3 der Kinder mit Migrationshintergrund weisen Sprachauffälligkeiten laut der Auswertung auf. Sie können auf unterschiedliche Ursachen wie mangelnde Ansprache, eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten, nicht ausreichende Deutschkenntnisse der Eltern zurückgehen. Oder es liegen medizinische Ursachen wie Schwerhörigkeit oder Entwicklungsrückstände zugrunde", erklärte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, heute in Wiesbaden.
KiSS ist ein systematisches, d.h. einheitliches, nachvollziehbares Verfahren zur Überprüfung des Sprachstandes durch pädagogische Fachkräfte in den Kitas. Mittlerweile nehmen in Hessen 762 Kitas an dem Programm teil. 1.448 Erzieherinnen und Erzieher wurden zertifiziert. Bis zum heutigen Tage wurden insgesamt rund 17.100 Kinder getestet. Die Teilnahme an KiSS ist sowohl für die Kindertagesstätten als auch für die Kinder freiwillig.
Defizite und Förderbedarfe frühzeitig erkennen
"Mit KiSS können Defizite und Förderbedarfe frühzeitig erkannt werden. Früher mussten Kitas auf die Ergebnisse der Schuleingangsuntersuchung warten, jetzt lässt sich viel früher gegensteuern. Es werden die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder untersucht. Dabei kann ein medizinischer Abklärungsbedarf oder ein sprachpädagogischer Förderbedarf festgestellt werden. So kann frühzeitig eine angemessene Sprachförderung durch die Kita und die Eltern erfolgen beziehungsweise eine logopädische oder andere Therapie", betonte Petra Müller-Klepper. Ziel sei, die sprachlichen Kompetenzen und Kommunikationsfähigkeiten der Kinder ganzheitlich zu erfassen. Das Land investiert in KiSS fast 1,7 Millionen Euro. Darüber hinaus stellt es Mittel für Sprachfördermaßnahmen zur Verfügung.
Damit sie KiSS durchführen können, werden die Fachkräfte in den Kitas durch Sprachexpertinnen und -experten der hessischen Gesundheitsämter einheitlich geschult und fachlich unterstützt. Alle von pädagogischen Fachkräften als abklärungsbedürftig beurteilten Kinder werden durch besonders ausgebildete Sprachexpertinnen und-experten des Gesundheitsamtes nachuntersucht.
Das Land sei 2007 aktiv geworden und habe KiSS entwickelt, weil die Schuleingangsuntersuchungen eine Zunahme bei den Sprachauffälligkeiten gezeigt hätten, so die Staatssekretärin. Ziel sei es, die Bildungschancen aller Kinder von Anfang an zu verbessern. Die Sprachkompetenz sei ein wichtiger Baustein für die Persönlichkeitsentwicklung eines Kindes, eines der zentralen Instrumente zur Kommunikation und die Schlüsselqualifikation für den späteren schulischen und beruflichen Erfolg.
Kindertagesstätten, deren pädagogische Fachkräfte KiSS durchführen, werden mit dem KiSS-Siegel des Hessischen Sozialministeriums ausgezeichnet, um das Engagement für die sprachliche Entwicklung der Kinder angemessen zu würdigen.
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Datum: 03.04.2012 - 12:45 Uhr
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