Rheinische Post: Amok in Amerika
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Sicher, Amokläufer sind keine amerikanische Erfindung, auch Europa
hat damit seine leidvollen Erfahrungen. Allerdings muss man sich
schon fragen, was falsch läuft in einem Land, dessen Politiker nach
einem Amoklauf mit sieben Toten den Eindruck erwecken, als sei das
kein Thema, über das man groß debattieren müsste. Das Traurige ist,
dass das Blutbad von Oakland in den USA eben keine Schockwelle
auslöste, kaum Diskussionen anstieß. Dass es schnell abgehakt wurde,
als könne man sowieso nichts daran ändern. Wieso findet sich die
stolze amerikanische Demokratie so leicht mit diesem skandalösen
Status quo ab? Warum lässt sie zu, dass jährlich rund 100 000
Menschen durch Schüsse getötet oder verwundet werden? Die mächtige
Waffenlobby NRA treibt den Präsidenten vor sich her. Barack Obama
traut sich nicht, schärfere Kontrollen zu fordern, seine Gegner
könnten es ja als Angriff auf die Freiheit auslegen. Großstädte wie
Chicago und Washington, seit jeher von hoher Kriminalität geplagt,
mussten relativ strenge Gesetze kippen, weil Richter sie für
unvereinbar erklärten mit den Rechten des Einzelnen. Kurz, eine Wende
ist nicht in Sicht. Oakland - leider ist es fast schon ein Stück
Normalität. Traurig, aber folgenlos.
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Datum: 03.04.2012 - 20:02 Uhr
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