Neue OZ: Kommentar zu Piraten / Umfragen
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Klar zum Entern. So, wie es aktuell aussieht, ist den Piraten der
Einzug in den Bundestag sicher. Mehr noch: Sie könnten sogar die
drittstärkste Kraft werden, ein kometenhafter Aufstieg, der allen
Parteien, allen voran aber den Grünen, zu denken geben muss. Es ist
unübersehbar: Die Pioniere der einstigen Protestpartei sind alt und
grau geworden. Zudem haftet den Grünen der Ruf der
Technologiefeindlichkeit an. Das ist in hoch technisierten Zeiten des
Internets und weltumspannender sozialer Netze ein schweres Handicap,
gerade für eine Partei, die in der Vergangenheit stark von Jung- und
Neuwählern unterstützt wurde.
Aber auch alle anderen Parteien sollten die Herausforderung durch
die Piraten ernst nehmen. Denn mit ihrer schnellen und direkten
Beteiligung aller Mitglieder an Entscheidungen bieten sie ein völlig
neues Modell der Basisdemokratie an. Es verspricht größere
Transparenz und steht in krassem Kontrast zum nervig erscheinenden
Politikbetrieb mit Konferenzen, Kungelrunden, Netzwerken und
Antragskommissionen. Auf einem anderen Blatt steht, ob die Piraten
die in sie gesetzten Hoffnungen erfüllen können. Mit fröhlichem
Dilettantismus und ständigen Hinweisen auf die sogenannte
Schwarmintelligenz aller Mitglieder ist es nicht getan. Stattdessen
benötigen die Polit-Neulinge möglichst schnell möglichst viele
Experten, vor allem, wenn sie sich als Mehrheitsbeschaffer schon bald
auf Regierungsbänken wiederfinden.
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Datum: 10.04.2012 - 22:00 Uhr
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