Südkorea: Gewinne sollen fairer verteilt werden / Parlamentswahlen sind der Auftakt des "Superwahljahres"
ID: 613860
die wohl bekanntesten koreanischen (Rep.) Unternehmen, die weltweit
für Aufsehen sorgen. Die Konzerne sind schnell, innovativ und
hochprofitabel. Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist,
dass es für kleine Unternehmen in Südkorea schwer ist, erfolgreich zu
sein:
"Die exportorientierten Konglomerate behindern nach Meinung vieler
den Wettbewerb im Inland, da sie viele erfolgreiche Geschäftsmodelle
kleiner Unternehmen aufgreifen und mit ihrer Finanzkraft und
sonstigen Einflussmöglichkeiten diese vom Markt verdrängen. Das
Geschäftsgebaren der Konglomerate betrifft auch ausländische Firmen,
die auf dem südkoreanischen Markt tätig sind. Viele in Korea (Rep.)
tätige deutsche Firmen sind klein im Vergleich zu den großen
Firmengruppen des Landes", so Frank Robaschik, Repräsentant von
Germany Trade & Invest in Südkorea. Seit Anfang 2011 spricht selbst
die wirtschaftsfreundliche Regierung Lee von einem "gemeinsamen
Wachstum" und einer Teilung der Gewinne zwischen großen und kleinen
Firmen. Im September und im November 2011 benannte sie eine Reihe von
Geschäftsaktivitäten zu Bereichen, in denen nur kleine und
mittelständische Unternehmen tätig werden dürfen oder Großunternehmen
ihre Aktivitäten zumindest nicht erweitern dürfen.
Bei den Parlamentswahlen sind auch soziale Fragen ein
Wahlkampfthema. Die offizielle Jugendarbeitslosigkeit lag im Februar
bei 8,3% und damit nach wie vor doppelt so hoch wie die
Arbeitslosigkeit insgesamt: "Tatsächlich ist die Unterbeschäftigung
deutlich höher. Ältere Menschen haben angesichts geringer staatlicher
Renten oft nur wenig soziale Absicherung. Hinzu kommt häufig eine
finanzielle Lücke bis zum Beginn der staatlichen Rentenzahlungen.
Denn oft erfolgt der Eintritt in den Ruhestand noch vor dem Erreichen
des Alters von 60 Jahren; dies zeigt auch die jährliche Gehaltsstudie
der Deutsch-Koreanischen Industrie- und Handelskammer. Die
öffentlichen Ausgaben für die soziale Sicherung sind mit die
geringsten unter den OECD-Ländern", erklärt Frank Robaschik.
Die Parlamentswahlen und die im Dezember stattfindenden
Präsidentschaftswahlen werden darüber entscheiden, ob und wenn dann
wie die Sozialleistungen ausgebaut werden. Veränderungen könnten
ebenfalls beim Umgang mit den Großkonzernen und dem Verhältnis zu
Nordkorea anstehen. Den gesamten Artikel zu Südkorea finden Sie
unter www.gtai.de/MKT201204058010 .
Germany Trade & Invest ist die Gesellschaft für Außenwirtschaft
und Standortmarketing der Bundesrepublik Deutschland. Die
Gesellschaft berät ausländische Unternehmen, die ihre
Geschäftstätigkeit auf den deutschen Markt ausdehnen wollen. Sie
unterstützt deutsche Unternehmen, die ausländische Märkte erschließen
wollen, mit Außenwirtschaftsinformationen.
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Datum: 11.04.2012 - 10:00 Uhr
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