Bayerisches Handwerk startet 2012 schwungvoll
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Traublinger: "Niveau des Wiedervereinigungsbooms"
Auch für die kommenden Monate sind die Handwerksbetriebe im Freistaat sehr zuversichtlich: 90 Prozent erwarten eine gute oder befriedigende Geschäftslage. Das ist nochmal ein Prozentpunkt mehr als im Jahr zuvor. Ein Risiko stellen jedoch die gestiegenen Kraftstoffpreise dar: ein weiterer Anstieg würde den Kostendruck zusätzlich erhöhen. Positiv für die Geschäfte der Betriebe ist die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: wenn sich dieser weiterhin robust präsentiert, bleiben auch die Rahmenbedingungen für private Investitionen und Konsumausgaben günstig. Der Auslastungsgrad der bayerischen Handwerksbetriebe war mit 74 Prozent so hoch wie im Vorjahreszeitraum. Der Auftragsbestand bewegt sich ebenfalls auf einem erfreulichen Niveau: im Vorjahresvergleich konnten ihn die Betriebe im 1. Quartal 2012 um 0,7 auf 7,2 Wochen ausbauen.
Nach ersten Schätzungen erwirtschafteten die Handwerksunternehmen in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres Einnahmen in Höhe von 16,9 Mrd. Euro. Das entspricht einem Zuwachs von mindestens zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In die Schätzung wurde u.a. einbezogen, dass die Frostperiode im Februar zu Produktions- und Umsatzeinbußen im Baugewerbe geführt hat. Traublinger: "Für das Gesamtjahr gehen wir weiterhin von einem nominalen Umsatzplus von mindestens zwei Prozent aus. Wenn sich die Handwerkskonjunktur weiterhin so gut entwickelt, ist sogar noch mehr drin."
Das Investitionsklima im Handwerk ist nach wie vor günstig. Niedrige Zinsen, eine hohe Betriebsauslastung und die optimistischen Geschäftserwartungen ermutigten viele Betriebe, ihre Kapazitäten auszuweiten. Insgesamt investierten 30 Prozent, das ist ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei nahmen die Betriebe mit insgesamt 560 Mio. Euro sieben Prozent mehr Geld für Ausrüstungsgüter und Baumaßnahmen in die Hand, als noch vor einem Jahr. Über das Jahr betrachtet, dürften die Investitionen im bayerischen Handwerk 2012 um etwa vier Prozent steigen. Die Zahl der Betriebe stieg im Berichtszeitraum um 1,1 Prozent auf 197.000. Für das Gesamtjahr ist ein Plus von rund einem Prozent zu erwarten. Im 1. Quartal 2012 waren 803.000 Personen im Handwerk tätig. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Zuwachs von einem Prozent. "Für 2012 rechnen wir im Jahresdurchschnitt mit einem nur wenig schwächeren Beschäftigungsplus", erklärte der BHT-Präsident.
In den hohen Abzügen für die deutschen Arbeitnehmer sieht das bayerische Handwerk allerdings eine Gefahr für die Binnennachfrage. Wie das Statistische Bundesamt kürzlich in einer Erhebung feststellte, wurden 2011 jedem Angestelltem fast 10.000 Euro abgezogen - knapp sechs Prozent mehr als im Vorjahr und zudem der stärkste Anstieg seit Mitte der 90er Jahre. Abzüglich der Inflation verbuchten die deutschen Arbeitnehmer 2011 sogar ein leichtes Minus. Traublinger: "Die Bürger brauchen mehr Netto vom Brutto! Dafür müssen wir an die Symptome ran: das Handwerk appelliert an die Bundesregierung, der kalten Progression endlich Feuer unterm Hintern zu machen und sie abzuschaffen!"
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Datum: 20.04.2012 - 12:51 Uhr
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