Neue OZ: Kommentar zu Köln / Grabungsfunde
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Kölner sehen ihre Stadt gern als gar nicht so heimliche
Hauptstadt. Dieser Anspruch, der sonst so penetrant, weil
unbescheiden wirkt, hat doch etwas für sich. Das belegen jetzt die
Grabungsfunde, die mit ihrer schieren Masse wie mit ihrer
bestechenden Qualität beeindrucken. Sie zeigen noch eindrucksvoller
als bisher, dass unter dem heutigen Köln nicht nur ein oder zwei,
sondern unzählig viele weitere Versionen der Stadt liegen. Sie weisen
Köln als eine der europäischen Metropolen aus. Denn nur an wenigen
anderen Orten kann die Geschichte abendländischer Zivilisation so
komplett aus den Schichten archäologischer Funde erzählt werden. Das
beeindruckt.
Imponierend auch die Geduld, den Bau der U-Bahn mit einer
jahrelangen Grabungskampagne zu begleiten und so das Bauvorhaben für
ein Forschungsprojekt zu nutzen, das anders kaum durchführbar gewesen
wäre. Die Funde liefern Material, mit dem Geschichte neu geschrieben
werden kann. Zumindest für den Augenblick steht Köln wieder als
Kulturstadt da. Doch Funde verweisen nur auf große Vergangenheit. Die
Kulturgegenwart sieht trister aus.
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Datum: 22.04.2012 - 22:00 Uhr
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Kategorie:
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