Badische Neueste Nachrichten: In der Zwickmühle
ID: 622816
Frauen-Union schon seit längerem eine höhere Rente für Mütter. Und
als vor dem letzten CDU-Parteitag eine Gruppe von Unions-Frauen eine
Debatte über und einen Beschluss gegen das umstrittene Betreuungsgeld
beantragen wollte, versuchte auch Unions-Fraktionschef Volker Kauder,
die Kritikerinnen mit der Aussicht auf eine Anhebung des
Rentenanspruchs für ältere Mütter ruhigzustellen. Es gelang, Debatte
und Abstimmung konnten verhindert werden. Nun legt Volker Kauder nach
und konkretisiert seinen Vorschlag. Alle Mütter, deren Kinder vor
1992 geboren worden sind, sollen rund 50 Euro mehr Rente pro Monat
erhalten. Denn diese Mütter sind im bisherigen Rentensystem deutlich
schlechter gestellt als Frauen, die nach dem 1. Januar 1992 ein Kind
auf die Welt gebracht haben - sie bekommen für die Erziehungsleistung
nur einen Entgeltpunkt angerechnet, die jüngeren Mütter dagegen drei.
Dass die Union eine Angleichung der Rentenansprüche schon auf ihrem
Parteitag 2003 als Oppositionspartei beschlossen, aber als
Regierungspartei bislang nicht umgesetzt hat, zeigt, welchen
Stellenwert dieses Thema bislang hatte - keinen. Nun aber brennt die
Hütte. In der Union ebenso wie in der Koalition. Der Streit um das
geplante Betreuungsgeld droht die schwarz-gelbe Koalition zu
zerreißen, die bayerische CSU erhöht den Druck auf die Kanzlerin und
pocht auf eine strikte Umsetzung des im Koalitionsvertrag
vereinbarten Beschlusses. Um zu retten, was noch zu retten ist,
bringt Kauder erneut die Rentenerhöhung für ältere Mütter ins Spiel,
der letzte Joker im Ärmel der Koalition, der das drohende Desaster
abwenden soll. Ursprünglich ging es der damaligen Familienministerin
Ursula von der Leyen nur darum, durch den Ausbau der Krippenplätze
die Betreuungslücke im zweiten und dritten Lebensjahr zu schließen.
Doch der Preis dafür wird immer teurer. Erst die rund 1,2 Milliarden
fürs Betreuungsgeld, nun zusätzlich noch sechs bis sieben Milliarden
für die Rentenkasse. Eine paradoxe Situation: Mit Geld, das der Staat
nicht hat, soll eine Leistung finanziert werden, die so mancher in
der Koalition nicht will.
Pressekontakt:
Badische Neueste Nachrichten
Klaus Gaßner
Telefon: +49 (0721) 789-0
redaktion.leitung@bnn.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.04.2012 - 22:00 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 622816
Anzahl Zeichen: 2537
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Karlsruhe
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 295 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Badische Neueste Nachrichten: In der Zwickmühle"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Badische Neueste Nachrichten (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Auf der Zielgeraden der Legislaturperiode haben Union und FDP noch ein Gesetz durch den Bundesrat bekommen, das die Rechte der Verbraucher nachhaltig stärkt. Mit abschreckend hohen Bußgeldern und neuen Obergrenzen für Gebühren will es unlauterer Telefonwerbung, übereifrigen Inkassobüro
Weitere Mitteilungen von Badische Neueste Nachrichten
Schwäbische Zeitung: Ein Kniefall vor dem Zeitgeist - Kommentar ...
Bayerns christliche Partei hat es weit gebracht: Demnächst trifft sich der Chef der Landtags-SPD mit bayerischen Bischöfen, um Unheil von den Kirchen und den Gläubigen abzuwenden. Das Regierungsvorhaben, den Schutz der stillen Feiertage aufzuweichen, ist ein Kniefall vor dem Zeitgeist, der Kop
FT: Flensburger Tageblatt ...
Einem 62-Jährigen den ausgelaufenen Vertrag nicht zu verlängern und dafür einen 41-Jährigen einzustellen, passt ganz einfach nicht mehr zur gesellschaftlichen Realität. Ganz davon abgesehen, dass der Jugendwahn, dem einige Wirtschaftszweige verfallen sind oder waren, als kräftiger Schuss n
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zum BGH-Urteil zur Altersdiskriminierung ...
Wenn ein Unternehmen und ein Mitarbeiter, in diesem Fall sogar der Geschäftsführer, einen befristeten Arbeitsvertrag schließen, sollte man davon ausgehen dürfen, dass nach Ablauf der Frist der Arbeitgeber entscheidet, ob und wie es weitergeht. Darf er aber nicht, hat jetzt der Bundesgerichtsh
Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT zu Kauders Rentenplan ...
Gerechtigkeit kostet Geld. Aber was Volker Kauder im Streit um das Betreuungsgeld vorgeschlagen hat, ist eines Fraktionschefs nicht würdig. Noch im Dezember hatte er zunächst den Frauen in der Unions-Fraktion Hoffnung gemacht, Rentenansprüche für Mütter zu erhöhen. Dabei wusste er, dass de




