Ärzte ohne Grenzen: Deutlich mehr Cholerafälle in Haiti

Ärzte ohne Grenzen: Deutlich mehr Cholerafälle in Haiti

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Ärzte ohne Grenzen: Deutlich mehr Cholerafälle in Haiti



(pressrelations) -
Port-au-Prince/Berlin, 26. April 2012. Nach Beginn der Regenzeit in Haiti beobachtet die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen einen deutlichen Anstieg der Cholerafälle. In weniger als einem Monat hat sich die Zahl der neuen Patienten in den Behandlungszentren der Organisation in Port-au-Prince und Léogâne mehr als verdreifacht. Allein in der Woche vom 16. bis 23. April wurden fast 400 neue Patienten in den spezialisierten Einrichtungen in den beiden Städten registriert.

Ärzte ohne Grenzen hat ein Behandlungszentrum in Carrefour im Süden von Port-au-Prince wieder eröffnet, damit die Einrichtungen in Martissant, Delmas und Drouillard im Zentrum und im Norden der Stadt nicht voll belegt werden müssen und somit die gestiegene Zahl an Patienten bewältigen können. Die Cholerazentren von Ärzte ohne Grenzen haben im Moment eine Kapazität von mehr als 200 Betten in Port-au-Prince und 45 in Léogâne. Die Teams bereiten sich darauf vor, weitere Einrichtungen zu eröffnen, falls sich die Epidemie weiter verschärft.

"Cholera ist leicht zu behandeln, aber es ist unbedingt notwendig, dass alle Patienten Zugang zu spezialisierten Behandlungseinrichtungen haben und dass sie nach dem Auftreten von Symptomen so schnell wie möglich dorthin gebracht werden. Ohne Behandlung kann die Cholera innerhalb von Stunden zum Tod führen", erklärt Sophie Duterme, medizinische Koordinatorin von Ärzte ohne Grenzen in Haiti. Die Behandlung ist einfach. Patienten trinken eine spezielle Rehydrierungsflüssigkeit oder bekommen eine entsprechende Infusion. Bei schweren Fällen wird eine Antibiotika-Therapie vorgenommen. "Den besten Schutz vor der Cholera bietet aber eine sehr sorgfältige Hygiene und das konsequente Desinfizieren des Trinkwassers", sagt Duterme.

Seit dem Auftreten der ersten Cholera-Fälle im Oktober 2010 sind mehr als 500.000 Haitianer erkrankt ? das entspricht etwa fünf Prozent der Bevölkerung ? und mehr als 7.000 gestorben. Weil desinfiziertes Trinkwasser und Latrinen nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung stehen, kann sich die Cholera leicht ausbreiten. Die beginnende Regenzeit begünstigt die Verbreitung der Krankheit weiter, weil die Wasser- und Abwassersysteme überflutet werden. Deshalb drängt Ärzte ohne Grenzen auch weiterhin die zuständigen Behörden sowie internationale Hilfsorganisationen dazu, desinfiziertes Wasser und Seife zu verteilen sowie öffentliche Toiletten einzurichten und zu unterhalten, um so die Ausbreitung der Epidemie zu verhindern.



Seit dem Beginn der Epidemie im Oktober 2010 hat Ärzte ohne Grenzen in einem bisher beispiellosen Einsatz Behandlungszentren im ganzen Land aufgebaut und insgesamt mehr als 30 Prozent aller Cholerapatienten behandelt.


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Datum: 26.04.2012 - 19:15 Uhr
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