Trotz vieler Verbesserungen in der Pflege gibt es nach wie vor zahlreiche gravierende Probleme

Trotz vieler Verbesserungen in der Pflege gibt es nach wie vor zahlreiche gravierende Probleme

ID: 634567

In deutschen Pflegeheimen hat sich viel verbessert. Dennoch gibt es nach wie vor zahlreiche Missstände. Einige Demenzkranke werden mit Gurten ans Bett gefesselt.



(firmenpresse) - Der dritte Pflege-Qualitätsbericht des MDS demonstriert, dass 95 Prozent der Bewohner in Pflegeheimen mit Essen und Trinken fundiert versorgt werden. Überwiegend würden sie nach Bedarf bei der Nahrungsaufnahme unterstützt, erhielten bei Schluckstörungen extra zubereitete Nahrung und energiereiche Speisen, so der Pflegebericht.
Signifikante Verbesserungen vermeldet man beim Umgang mit dementen Menschen. Dem Bericht zufolge erhielten 76,3 Prozent der Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz Angebote zur Kommunikation, Wahrnehmung und Bewegung. Dies sind etwa zehn Prozent mehr als im Jahr 2007. Nichtsdestotrotz hätte das geschulte Pflegepersonal lediglich bei 57,9 Prozent der Demenzkranken zu ermitteln versucht, ob sie sich wohl fühlen und mit der Pflegesituation zufrieden sind.
Auf der anderen Seite zeigt der Bericht erhebliche Pflegemängel bei den Behandlungen von Druckgeschwüren, die bei bettlägerigen Menschen häufig vorkommen. So hatte fast die Hälfte der Heimbewohner ein Dekubitusrisiko. In 59,3 Prozent dieser Fälle ergriff das Pflegepersonal die erforderlichen Vorbeugungsmaßnahmen wie etwa Lagerungswechsel oder Einsatz von Hilfsmitteln. Bei 40,7 Prozent wurden von den Prüfern Versäumnisse festgestellt. Außerdem würden 25 Prozent der Druckgeschwüre nicht so behandelt, wie der Arzt es angeordnet hat. Im Vergleich zum Bericht des Jahres 2007 sei bei der Dekubitusprophylaxe keine Verbesserung eingetreten.
Grundlage des Berichts sind die Qualitätsprüfungen des Medizinischen Dienstes zwischen Juli 2009 und Dezember 2010. Analysiert und ausgewertet werden jeweils rund 8000 Überprüfungen von ambulanten Pflegediensten und Pflegeheimen. Insgesamt wurde der Pflegezustand von rund 62.000 Heimbewohnern überprüft sowie von rund 45.000 Pflegebedürftigen, die von ambulanten Diensten betreut wurden.
Laut einer Studie des Max-Planck-Instituts wird sich die Anzahl der Demenzkranken bis zum Jahr 2050 auf maximal 3,5 Millionen erhöhen. Jahr für Jahr treten mehr als 250.000 Neuerkrankungen auf. In den Staaten der Europäischen Union gibt es nach Schätzungen von Alzheimer Europe insgesamt knapp 6 Mio. Kranke. Weltweit wird die gegenwärtige Krankenzahl von Alzheimer's Disease International mit mindestens 24 Mio. Menschen beziffert.


Die Studie verdeutlicht, dass es also ungeachtet der Prävalenzentwicklung zu einem erkennbaren Anstieg
der Anzahl Demenzkranker kommen wird. Die stetig steigende Lebenserwartung spielt dabei die wichtigste Rolle. Nur eine Minderung der Prävalenzen kann die Zunahme der Zahl Demenzkranker verlangsamen, wobei ein dynamisches Gleichgewicht trotzdem mindestens zu einer Verdopplung führen würde.
Diese Entwicklung stellt Deutschland vor bedeutende gesellschaftliche Aufgaben, denn Demenzen
sind nicht nur für die Betroffenen besonders schwere Krankheiten, sondern sie gehören auch zu den kostspieligsten Krankheitsgruppen und verursachen einen besonders hohen Pflegebedarf.

Beim 24-Stunden-Seniorenbetreuungsportal „UMSORGE“ verzeichnet man eine Zunahme der Demenz-Erkrankungen. Da zu die Geschäftsleiterin Monika Walczak: „Das häufigste Gebrechen innerhalb unseres vermittelten Kundenkreises ist die Demenz. Wir merken einen deutlichen Anstieg in diesem Bereich. Die Erkrankung betrifft alle gesellschaftlichen Schichten. Ich denke, dass die deutsche Politik in diesem Bereich anfangen sollte, Akzente zu setzen. Die Arbeit der pflegenden Angehörigen sollte wirksamer und auf jeden Fall finanziell stärker unterstützt werden. Ferner sollten Familien, die sich externe Hilfe einholen müssen, effektiver vom Staat unterstützt werden. Aufgrund von Berufstätigkeit ist es für viele Familien in Deutschland nicht möglich, sich selbst um die Angehörigen zu. Die Barrieren für die staatliche Hilfe sollten zudem abgebaut werden.“
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Datum: 09.05.2012 - 12:16 Uhr
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