Neue OZ: Kommentar zu Henri-Nannen-Preis
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Der Henri-Nannen-Preis, der renommierteste deutsche Wettbewerb für
Journalisten, nimmt abermals Schaden, weil seine Jury keine
eindeutige wie nachvollziehbare Entscheidung getroffen hat. Juroren
müssen ein Urteil fällen, das auch subjektive Züge haben kann. In der
Kategorie des investigativen Journalismus hätte das Team der
"Süddeutschen Zeitung" durchaus alleiniger Sieger sein können, wenn
die Recherche-Leistung am stärksten gewichtet wird. Die
gesellschaftliche Bedeutung mit dem erstmaligen Rücktritt eines
Bundespräsidenten überwiegt klar bei der Arbeit der beiden
"Bild"-Journalisten. Eine eindeutige Entscheidung der Jury für eine
einzige investigative Leistung wäre kein Fehlurteil gewesen.
So hat das Gremium aus Chefredakteuren und Prominenten eine
Plattform angeboten, die für den Klassenkampf zwischen zwei ganz
unterschiedlichen publizistischen Genres einseitig missbraucht worden
ist.
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Datum: 13.05.2012 - 22:00 Uhr
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