Neue OZ: Kommentar zu Syrien / Konflikte
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Vor den Augen der internationalen Beobachter mussten im syrischen
Al-Hula über 100 Zivilisten sterben. Der Massenmord erinnert in
seiner Brutalität an Massaker wie in My Lai oder in Srebrenica. Sie
rüttelten einst die Weltöffentlichkeit auf und wurden zum Inbegriff
der Gräueltaten im Vietnam- und Bosnienkrieg.
Noch steht nicht fest, ob der Tod der Frauen und Kinder von
Al-Hula eine ähnliche Wirkung haben wird. Das Morden der
Regierungstruppen beweist zunächst, wie unbeeindruckt sich Syriens
Präsident Baschar al-Assad vom bisherigen diplomatischen Druck zeigt.
Selbst der internationale Aufschrei hält ihn nicht davon ab, weiter
brutal gegen das Volk vorzugehen.
Denn auch wenn die UN die Angriffe scharf verurteilen: Assad kann
sich sicher fühlen, solange sich Russland nicht klar aufseiten des
Weltsicherheitsrates positioniert. Der Hebel, um den skrupellosen
Diktator politisch in Bedrängnis zu bringen, sitzt in Moskau. Doch
hier wiegelt die Regierung sogar nach den aktuellen Ereignissen ab,
sieht die Schuld für den Massenmord sowohl beim Regime als auch bei
den Rebellen.
Sicher, die Opposition trägt ihren Teil zur Gewalt bei. Von
Panzergranaten verstümmelte Kinder legen jedoch nahe, wer für das
Massaker vom Freitag die Verantwortung trägt. Und so ist es
allerhöchste Zeit, dass Russland seinen Einfluss auf Assad nutzt, um
ihm, dem militärisch Überlegenen im syrischen Drama, Einhalt zu
gebieten.
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Datum: 28.05.2012 - 22:00 Uhr
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