Urteilsverkündung im Prozess um den Einsturz der Eissporthalle Bad Reichenhall: Bayerische Ingenieurekammer-Bau kritisiert Preisdumping bei Gutachten
München/Traunstein. Wenige Tage vor der geplanten Urteilsverkündung im Prozess um den Einsturz der Eissporthalle in Bad Reichenhall hat die Bayerische Ingenieurekammer-Bau das Drücken der Ingenieurhonorare durch Gemeinden verurteilt: „Noch immer vergeben Bauverwaltungen Aufträge für Gutachten zu Niedrigstpreisen, die ein sorgfältiges Arbeiten kaum ermöglichen“, kritisierte Kammerpräsident Dr.-Ing. Heinrich Schroeter in München. Damit nähmen die Verantwortlichen in den Rathäusern die Risiken eines Billig-Gutachtens bewusst in Kauf. Bei dem Einsturz der Eissporthalle am 2. Januar 2006 waren 15 überwiegend junge Menschen ums Leben gekommen. Vor dem Traunsteiner Landgericht müssen sich seit mehr als neun Monaten drei Ingenieure und Architekten wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Das Urteil wird am kommenden Dienstag (18. November) erwartet.
Nach dem Einsturz der Eislaufhalle hatte das bayerische Innenministerium zusammen mit einer Expertengruppe im September 2006 ein Schriftstück mit Empfehlungen für die Überprüfung der Standsicherheit von Gebäuden erarbeitet. „Das Papier richtet sich an Eigentümer und Verfügungsberechtigte von Immobilien“, erklärt Schroeter. Zu dieser Expertengruppe zählte auch die Bayerische Ingenieurekammer-Bau, die daraufhin Listen mit qualifizierten Tragwerksplanern, wie die Prüfer genannt werden, erstellt hat.
Fachkundige Personen sind zum Beispiel Bauingenieure, die mindestens fünf Jahre Erfahrung mit der Aufstellung von Standsicherheitsnachweisen, mit technischer Bauleitung und vergleichbaren Tätigkeiten haben.
Nach der Bayerischen Bauordnung (BayBo) sind bauliche Anlagen unter anderem so instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürliche Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden (Art. 3 Abs. 1 Satz 1).
(Internet: www.bayika.de)
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Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau mit Hauptsitz in München vertritt die beruflichen Belange ihrer 5500 Mitglieder. Dabei handelt es sich um Ingenieure aus dem Bauwesen. Zu den wesentlichen Aufgaben der Kammer gehören die Beratung der Mitglieder, der Schutz der beruflichen Belange, die Überwachung der Erfüllung der beruflichen Pflichten, die Förderung der Baukultur, Wissenschaft und Technik sowie die Stärkung der Eigenverantwortung, Unabhängigkeit und Fachkompetenz. Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau wurde 1990 gegründet und ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts. Aufsichtsbehörde ist das Bayerische Staatsministerium des Inneren.
Bayerische Ingenieurekammer-Bau
Alexander Hauk
Nymphenburger Straße 5
80335 München
Tel.: 089 419434-27
E-Mail: a.hauk(at)bayika.de
www.bayika.de
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Datum: 17.11.2008 - 15:34 Uhr
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