Lehren aus Skandal um Müller-Brot ziehen: Bayern muss Blockadehaltung gegen Veröffentlichung von Lebensmittelkontrollen aufgeben - Beginn der Wirtschaftsministerkonferenz am Montag
ID: 651473
Montag hat die Verbraucherorganisation foodwatch die bayerische
Landesregierung aufgefordert, ihre Blockadehaltung gegen eine
Veröffentlichung der Ergebnisse amtlicher Lebensmittelkontrollen
aufzugeben. "Dass es bislang keine bundesweite Verständigung auf eine
Hygiene-Ampel oder ein Smiley-System gibt, liegt maßgeblich am
Widerstand der Regierung Seehofer/Zeil", erklärte der
stellvertretende foodwatch-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. "Die
bayerische Landesregierung kann es ihren Bürgern nicht vermitteln,
warum sie aus dem Skandal um die Großbäckerei Müller keine Lehren
zieht. Als Bundesverbraucherminister wollte Horst Seehofer noch
inmitten der Gammelfleisch-Fälle schwarzen Schafen den Kampf ansagen
- jetzt gibt er gemeinsam mit Wirtschaftsminister Zeil den Handlanger
von Hygienesündern und sieht zu, wie Mäuse in den Backstuben
Schuhplattler tanzen."
Anfang Februar 2012 erfuhren die bayerischen Verbraucher, dass die
Großbäckerei Müller wegen schwerwiegender Hygienemängel vorübergehend
ihre Produktion einstellen musste. Die bayerischen
Überwachungsbehörden hatten spätestens seit März 2010 über die
Zustände Bescheid gewusst. Wären die Behörden verpflichtet gewesen,
die Ergebnisse der Lebensmittelkontrollen zu veröffentlichen - wie
bei der Hygiene-Ampel oder dem Smiley-System nach dänischem Vorbild
vorgesehen -, hätten die Verbraucher Produkte aus der Bäckerei meiden
können. Stattdessen haben sie mehr als 640 Millionen Brötchen und 45
Millionen Brotlaibe von Müller-Brot verzehrt, während bayerische
Beamte in Mannschaftsstärke wegen Mäusekot und Kakerlaken in der
Großbäckerei ein und aus gingen.
In der Diskussion über ein bundesweit einheitliches System zur
Veröffentlichung amtlicher Kontrollergebnisse hatte sich die
Verbraucherministerkonferenz für die Hygiene-Ampel ausgesprochen, die
Wirtschaftsministerkonferenz mehrheitlich dagegen. Der Widerstand
gegen ein solches Transparenz-Modell wird maßgeblich vom Freistaat
Bayern angeführt.
Link:
E-Mail-Aktion zur Einführung des dänischen Smiley-Systems zur
Veröffentlichung amtlicher Lebensmittelkontrollergebnisse:
www.foodwatch.de/smiley-aktion
Pressekontakt:
Pressekontakt am Sonntag, 3. Juni 2012:
foodwatch e.V.
Martin Rücker
Mobil (01 74) 3 75 16 89
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Datum: 03.06.2012 - 11:48 Uhr
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