Gemischte Zwischenbilanz für Energiewende / dena und Ernst&Young stellen Deutschen Energiewende-Index vor
ID: 651822
Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young GmbH
haben heute den Deutschen Energiewende-Index (DEX) in Berlin
vorgestellt. Der DEX basiert auf einer Befragung von Vorständen und
Geschäftsführern aus verschiedenen Branchen und wird in Zukunft
quartalsweise erhoben.* Er liefert ein regelmäßiges Stimmungsbild zur
Lage der Energiewende aus Sicht der deutschen Wirtschaft.
Die erste Befragung macht deutlich, dass die Stimmung bei den von
der Energiewende betroffenen Branchen sehr unterschiedlich ist. Die
deutsche Wirtschaft äußert deutliche Bedenken hinsichtlich der
rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen, der
Wirtschaftlichkeit der Energieversorgung und der
Versorgungssicherheit. Eine große Diskrepanz existiert zwischen der
Stimmungslage in der Wirtschaft und in der Politik, die die
Energiewende wesentlich positiver beurteilt. Insgesamt erreicht der
DEX im zweiten Quartal 2012 einen neutralen Wert von 100,8 auf einer
Skala von 0 (negativ) bis 200 (positiv).
"Der DEX gibt Auskunft darüber, wie Entscheidungsträger die
Auswirkungen der Energiewende auf ihre Branchen beurteilen", sagte
Thomas Kästner, Executive Director Ernst & Young, bei der Vorstellung
der Ergebnisse in Berlin. "Jeder, der die Folgen der Energiewende und
den Handlungsbedarf abschätzen möchte, wird sich an diesem Gradmesser
orientieren können."
"Die aktuellen DEX-Werte machen deutlich, dass vor allem bei den
Rahmenbedingungen etwas getan werden muss", betonte Stephan Kohler,
Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. "Hier sind wir in der Tat an
mehreren Stellen in Verzug. Wir müssen den Ausbau der erneuerbaren
Energien besser mit dem Ausbau der Stromnetze koordinieren und
letzteren beschleunigen. Zudem müssen Marktbedingungen geschaffen
werden, die den Bau neuer Gaskraftwerke und Speicher wirtschaftlich
rentabel machen. Dann können wir alle mit Zuversicht auf die
Energiewende blicken."
Sorge um Rahmenbedingungen, Wettbewerbsfähigkeit,
Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit
Sehr negativ wurde aus Sicht der befragten Unternehmen bewertet,
dass die rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen für die
Energiewende fehlen oder unzureichend sind (DEX:38,5). Auch die
Wettbewerbsfähigkeit sehen die deutschen Unternehmen auf dem
Prüfstand. Als Konsequenz aus der Energiewende wird die
Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland insgesamt
als gefährdet angesehen (DEX: 73,2). Große Sorge bereitet den
Unternehmen das Thema Versorgungssicherheit. Diese wird aktuell noch
positiv bewertet (DEX: 112,6), allerdings fürchten viele Unternehmen
in den kommenden zwölf Monaten eine Verschlechterung (DEX: 75,7).
Positive Erwartungen vor allem in der Politik und den
Interessensverbänden
Je nach Branche fallen die Einschätzungen zur Energiewende
unterschiedlich aus. Die Energieverbraucher (DEX: 95,9),
Netzbetreiber (DEX: 97,4) und Energieversorgungsunternehmen (DEX:
100,6) sind eher negativ bis neutral gestimmt.
Deutlich positiv beurteilen Politik und Interessensverbände -
insbesondere aus der Erneuerbaren-Energien- und der
Energieeffizienz-Branche - die Energiewende (DEX: 121,3). Sie
erwarten eine günstige Entwicklung auf die zukünftige
Beschäftigtenzahl in Deutschland (DEX: 122,7). Auch Firmen, die
Produkte und Dienstleistungen für die Energiewende herstellen (DEX:
105,7) sowie insbesondere Investoren (DEX: 108,3) haben eine positive
Gesamteinschätzung zur Energiewende.
Positive Erwartungen haben die befragten Entscheidungsträger
hinsichtlich der Entwicklung neuer Technologien, des Beitrags von
Energieeffizienzmaßnahmen zur Erreichung der Energieeinsparziele
sowie zum Umfang der zu tätigenden Investitionen in den kommenden
zwölf Monaten. Deutlich positiv werden auch die Auswirkungen der
Energiewende auf die Umweltziele bewertet (DEX: 125,6).
Mehr zum DEX und den Ergebnissen im zweiten Quartal 2012 unter:
www.dena.de/dex und www.de.ey.com/presse.
*Die Befragung für die erste Ausgabe des DEX fand von Ende April
bis Anfang Mai 2012 statt. An der ersten Befragungswelle nahmen 235
der angeschriebenen Unternehmen, Städte und Verbände teil.
Pressekontakt:
Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Stella Matsoukas,
Chausseestraße 128 a, 10115 Berlin
Tel: +49 (0)30 72 61 65-657, Fax: +49 (0)30 72 61 65-699, E-Mail:
presse@dena.de, Internet: www.dena.de
Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Dr. Helmut
Edelmann, Graf-Adolf-Platz 15, 40213 Düsseldorf
Tel: +49 (0)211 9352 11476, Fax: +49 (0)211 9352 13751, E-Mail:
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Datum: 04.06.2012 - 10:45 Uhr
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