Neue OZ: Kommentar zu Prozesse / Energie
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Für die Verbraucher kommt es jetzt ganz dick. Hat das Urteil über
bisher zu geringe Durchleitungsgebühren für Strom und Gas Bestand,
sind steigende Energiekosten so sicher wie das Amen in der Kirche.
Netzentgelte würden sich einfügen in die Riege der Preistreiber,
neben den Kosten für den Atomausstieg, den Netzausbau im Zuge der
Energiewende und der Umlage für regenerative Energien.
Für Teile der Gesellschaft sind das unerquickliche Aussichten.
Denn schon jetzt machen Ausgaben für Strom und Heizung mehr als einem
Zehntel der Bürger zu schaffen, darunter sind vor allem Rentner,
Geringverdiener und Hartz-IV-Empfänger. Wie vor solchem Hintergrund
der allerdings auch in anderer Lage zuweilen indisponierte
Wirtschaftsminister Philipp Rösler noch eine
Offshore-Anbindungsumlage ernsthaft in Erwägung ziehen kann, bleibt
deshalb ein Rätsel. Aufgeschlossenheit für den notwendigen Wandel in
der Energieerzeugung weckt man jedenfalls nicht, indem man die Bürger
wie Zitronen ausquetscht.
Es klemmt indes nicht nur im politischen Getriebe: Der
Richterspruch ist vor allem eine schallende Ohrfeige für die
Bundesnetzagentur. Unerklärlich ist, warum die Behörde offenbar
fehlerhafte Berechnungen zugrunde legte. Wie dilettantisch. Die
Verbraucher werden die Zeche aber nicht ohne Protest zahlen. Die
politischen Akteure sollten sich schon jetzt warm anziehen.
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Datum: 06.06.2012 - 22:00 Uhr
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