100 Jahre Seebrückenunglück in Binz / Die Geburtsstunde der DLRG
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Seebrückenunglück in Binz auf Rügen zum 100. Mal. Es gilt als die
Geburtsstunde der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die
am 19. Oktober 1913 im Hotel "de prusse" in Leipzig gegründet wurde.
Am Samstag, dem 28. Juli, erinnern die DLRG und die Gemeinde Binz
gemeinsam mit einer großen Freiluftveranstaltung im Seebad und am
Strand an die Tragödie und die weitreichenden Folgen für die damalige
Gesellschaft und ihre Nachfolger.
Der 28. Juli 1912 war ein heißer sonniger Sonntag. Gegen 19 Uhr
hielten sich etwa 1.000 Menschen auf der 560 Meter langen Seebrücke
auf. Viele warteten auf den Bäderdampfer Kronprinz Wilhelm, andere
Besucher beobachteten die Kriegsschiffe der kaiserlichen Marine, die
vor Binz auf Reede lagen. Eine große Menschenmenge hatte sich auf dem
tiefer gelegenen Landungssteg versammelt. Ein etwa acht Meter langer
Stützbalken unter dem Landungssteg hielt dem großen Gewicht nicht
Stand und zerbrach mit einem lauten berstenden Geräusch. 60 bis 80
Menschen stürzten in die an dieser Stelle sechs Meter tiefe Ostsee.
Sie kämpften verzweifelt um ihr Leben. 14 Personen, acht Frauen, vier
Männer und zwei Kinder ertranken in der schäumenden See. Einige
wagemutige Helfer, Offiziere und Matrosen der Kriegsschiffe sowie
Richard Römer aus dem westfälischen Hohenlimburg, der als Offizier in
Berlin stationiert war und sich "schwarzen", nicht genehmigten,
Urlaub genommen hatte, retteten unter eigener Lebensgefahr viele
Ertrinkende vor dem nassen Tod. Mehrere Tage später starben noch zwei
weitere Frauen an den Spätfolgen des Unglücks, so dass sich die Zahl
der Opfer auf 16 erhöhte.
Die meisten der 1.000 Besucher auf der Seebrücke konnten nur
tatenlos und verzweifelt zuschauen, wie die unglücklichen Opfer
ertranken. Es blieb die Erkenntnis, dass kaum jemand in der Lage war,
Ertrinkende zu retten. Nur 2 bis 3% der damaligen Bevölkerung konnte
schwimmen. Über Wochen berichteten die Medien über die Tragödie. Das
Seebrückenunglück war der Auslöser für die Gründung der Deutschen
Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Am 5. Juni 1913 veröffentlichte der
Deutsche Schwimm-Verband (DSV) in seinem offiziellen Organ "Der
deutsche Schwimmer" den Aufruf zur Gründung der Deutschen
Lebensrettungs-Gesellschaft. Die Überschrift lautete: "5000 Menschen
ertrinken jährlich in Deutschland!" Retten lernen, hieß das im Aufruf
postulierte Ziel, der von 13 führenden Persönlichkeiten des DSV
unterzeichnet worden war.
Heute ist die DLRG mit über 1,1 Millionen ehrenamtlichen
Mitgliedern und Förderern die größte Wasserrettungsorganisation der
Welt und Deutschlands größter Anbieter von Schwimmkursen. Es ist den
Lebensrettern gelungen, die Schwimmfähigkeit der Bevölkerung auf über
80 Prozent zu steigern und die jährliche Ertrinkungsrate um über 90%
auf 410 Todesfälle im Jahr 2011 zu senken.
Auszüge aus dem Gedenkprogramm in Binz: 9:30 Uhr
Gedenkgottesdienst, 11 Uhr: Bühnenprogramm in der Muschel an der
Kurpromenade mit historischen Rückblick, Filmbeiträgen und
Interviews; Präsentation moderner Einsatzbekleidung; gegen 13 Uhr:
Strandfest und IRB-Demonstrationswettbewerb.
Pressekontakt:
Sebastian Löw - Telefon: 05723-955442
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Datum: 14.06.2012 - 11:30 Uhr
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Bad Nenndorf / Binz
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Soziales
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