Soldan Institut: Anwaltsberuf bei jungen Juristen wieder beliebter
Mehr Junganwälte angestellt und mit Zusatzqualifikationen
RA Dr. Matthias Kilian(firmenpresse) - Köln/München, den 18.6.2012 - Für zwei Drittel aller Junganwälte ist der Anwaltsberuf der juristische Wunschberuf und keine Verlegenheitslösung. Dies ist eines der Ergebnisse einer Befragung von mehr als 3.500 jungen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten, die das Soldan Institut auf dem 63. Deutschen Anwaltstag in München vorgestellt hat. Das Institut hat herausgefunden, dass 67 Prozent der seit 2004 zugelassenen Rechtsanwälte am Ende ihrer juristischen Ausbildung bevorzugt Anwalt werden wollten.
Dr. Matthias Kilian, Direktor des Soldan Instituts: "Vor 10 oder 15 Jahren war der Anwaltsberuf für deutlich mehr Absolventen nicht der Wunschberuf, weil ihnen eigentlich präferierte juristische Berufe in der Justiz, der Verwaltung oder in Unternehmen verschlossen blieben. Wir wissen aus früheren Studien, dass in den 1990er Jahren nur 53 Prozent und um die Jahrtausendwende 57 Prozent der Junganwälte aus Überzeugung Anwalt wurden."
Ein weiterer Trend, den die Berufsforscher des Soldan Instituts nachweisen: Immer mehr Rechtsanwälte beginnen ihre Berufskarriere als Angestellte, immer weniger sind Kanzleigründer: 59 Prozent der neu zugelassenen Rechtsanwälte sind mittlerweile zunächst angestellt tätig (1996: 32 Prozent), nur noch 26 Prozent beginnen die Anwaltstätigkeit als Kanzleigründer (Studie 1996: 41 Prozent), 11 Prozent sind freie Mitarbeiter in Kanzleien, 4 Prozent Syndikusanwälte). Die Gründung neuer Kanzleien am Rechtsdienstleistungsmarkt ist offensichtlich schwieriger geworden - zugleich wird mit der stetig zunehmenden Größe von Kanzleien die Beschäftigung von angestellten Rechtsanwälten selbstverständlicher. Die anwaltliche Tätigkeit in Anstellung ist hierbei allerdings nach wie vor kein dauerhaftes Berufskonzept: Nach sieben Jahren Berufstätigkeit sind bereits 60 Prozent aller Anwälte Inhaber oder Sozius einer Kanzlei und nur noch 30 Prozent bei Berufskollegen angestellt.
Kilian wies auf dem Anwaltstag auch darauf hin, dass Zusatzqualifikationen für Berufseinsteiger immer wichtiger werden: Bei Berufseinstieg sind 10 Prozent der jungen Anwälte promoviert, 10 Prozent haben zusätzlich zum abgeschlossenen Jurastudium einen Mastertitel erworben, 11 Prozent bereits einen Fachanwaltslehrgang absolviert. Solche Zusatzqualifkationen erleichtern nicht nur den Berufseinstieg, sondern führen nach den Ergebnissen der Studie auch zu deutlich höheren Einstiegsgehältern.
Hinweis für die Redaktionen:
Die Daten beruhen auf einer Befragung von mehr als 3.500 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten der Zulassungsjahrgänge 2004 bis 2010, die vom 19. April bis 1. Juni 2012 vom Soldan Institut durchgeführt worden ist. Die aktuelle Untersuchung knüpft an vergleichbare Studien mit jungen Anwälten an, die in den Jahren 1988, 1997 und 2004 veröffentlicht worden sind.
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Über das Soldan Institut
Das Soldan Institut wurde 2002 als unabhängige Forschungseinrichtung gegründet. Ziel des von einem gemeinnützigen Verein getragenen Instituts ist die Erforschung der Strukturentwicklung der Anwaltschaft und der sich hieraus ergebenden Bedingungen für eine erfolgreiche und zukunftsorientierte Tätigkeit von Anwaltskanzleien. Das Institut betreibt eigene empirische Anwaltsforschung, deren Ergebnisse Rechtsanwälten, Institutionen der deutschen Anwaltschaft, politischen Entscheidungsträgern, Wissenschaftlern und einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Der gemeinnützige Trägerverein des Instituts wird von der Hans Soldan Stiftung, dem Deutschen Anwaltverein und der Bundesrechtsanwaltskammer unterstützt.
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Datum: 18.06.2012 - 10:20 Uhr
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