Bundesbank-Chef Weidmann: Griechenland muss Vereinbarungen einhalten
ID: 663408
Bundesbank-Chef Weidmann: Griechenland muss Vereinbarungen einhalten
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich gegen eine Aufweichung des griechischen Reformprogramms ausgesprochen. "Das wichtigste Signal wäre, dass in Griechenland diesmal die Reformen tatsächlich angegangen und die Verabredungen umgesetzt werden", sagte er in einem Interview mit dem manager magazin an die Adresse der künftigen Regierung in Athen. In Europa dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass Vereinbarungen "immer nur für die Hilfe leistenden, aber nicht für die Hilfe empfangenden Länder verbindlich sind".
Weidmann widersetzt sich auch aktuellen Forderungen, die Europäische Zentralbank (EZB) solle erneut spanische und italienische Staatsanleihen aufkaufen, um die zuletzt deutlich gestiegenen Zinsen zu senken. Er bekräftigte die kritische Haltung der Bundesbank zu Anleihekäufen durch die EZB. Es sei problematisch, dass die Geldpolitik Probleme "mit der Notenpresse lösen soll", nur weil einzelne Mitgliedstaaten oder die europäische Politik insgesamt nicht handeln wollten oder könnten, so Weidmann. "Die Notenbanken können und wollen nicht den Ausputzer spielen. Unsere Aufgabe ist die Sicherung der Geldwertstabilität. Und die können wir nur erfüllen, wenn wir uns nicht für fiskalpolitische Zwecke vereinnahmen lassen."
Um die Währungsunion dauerhaft zu stabilisieren, sprach sich der Bundesbankpräsident dafür aus, Europa auf eine neue politische Grundlage zu stellen. Dafür gibt es nach Weidmanns Auffassung zwei Möglichkeiten: den Übergang zu einer echten politischen Union oder die Rückkehr zur klaren finanzpolitischen Eigenverantwortung der Mitgliedstaaten, wie im Maastricht-Vertrag vereinbart. Wenn es eine echte politische Union gebe, könne er sich diverse Formen von Umverteilung innerhalb des Währungsraums vorstellen, sagte Weidmann. Voraussetzung dafür sei aber die konsequente Übertragung von Souveränität auf die Gemeinschaftsebene.
Gegenwärtig sei die Lage unbefriedigend. Die Differenzen zwischen den Europäern würden größer, so Weidmann, "jedenfalls solange wir es nicht schaffen, eine gemeinsame Vorstellung für Europas Zukunft zu entwickeln. Die kann nicht darin bestehen, dass andere nur nach deutschem Geld schielen, ohne sich auf eine vertiefte politische Union mit Deutschland einlassen zu wollen".
Hinweis für die Agenturen:
Die Meldung basiert auf einem ausführlichen Interview zur Zukunft Europas im nächsten manager magazin, das am Freitag, 22. Juni, erscheint, sowie auf einem Online-Up-Date zu den Folgen der Griechenland-Wahl (unter: http://www.manager-magazin.de/politik/deutschland/0,2828,839839,00)
Ansprechpartner:
Dr. Henrik Müller
Telefon: 040 308005-38
Mobil: 0171 5237623
Kommunikation
Stefanie Jockers
Telefon: 040 3007-3036
E-Mail: stefanie_jockers@manager-magazin.de
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 20.06.2012 - 12:45 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 663408
Anzahl Zeichen: 3212
pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen
Diese Pressemitteilung wurde bisher 413 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bundesbank-Chef Weidmann: Griechenland muss Vereinbarungen einhalten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
manager magazin Verlagsgesellschaft (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Berliner Arbeitsgericht lässt sexuelle Belästigung durchgehen Der Niederlassungsleiter einer Zeitarbeitsfirma, nennen wir ihn Herrn S., gab sich gern jovial im Umgang mit seinen jungen Mitarbeiterinnen, die meisten noch in der Ausbildung. Er soll ihre Kleidung kommentiert haben, ihnen mit de
Webriese Unister droht Aufspaltung ...
Anbieter von Finanz- und Reiseportalen wie "fluege.de" sucht Geschäftsführer für "neu zu gründende Gesellschaften" Das deutsche Internet-Imperium Unister steht vor der Aufspaltung. Nach Informationen von manager magazin online wurde eine Investmentbank bereits mit der St
Schaeffler: Klaus Deller übernimmt Vorstandsvorsitz ...
Finanzchef Klaus Rosenfeld als künftiger Chef der Holding vorgesehen Nach langer Verzögerung ist der Wechsel an der Spitze des Herzogenauracher Automobilzulieferers Schaeffler perfekt. Noch im Januar werde der Aufsichtsrat Klaus Deller zum neuen Vorstandschef der Schaeffler AG berufen, berich
Weitere Mitteilungen von manager magazin Verlagsgesellschaft
Rolls-Royce unterstützt Damen-Poloturnier ...
Rolls-Royce Motor Cars engagiert sich in diesem Jahr erneut als Sponsor des Wallerstein Polo Cup ? Girls Only. Das vom 29. Juni bis 1. Juli 2012 vom Polo Club Wallerstein ausgerichtete Damenpoloturnier ist in der internationalen Poloszene etabliert und ein wichtiger Beitrag zur Förderung des Dame
AvePoint stellt mit DocAve Governance Automation den neuen Standard für Implementierung und Durchsetzung von Governance-Richtlinien für Microsoft Shar ...
DocAve Governance Automation geht mit Funktionen für automatisiertes End-to-End Service- und Informationsmanagement weit über die Möglichkeiten bestehender Nischenlösungen für SharePoint Security-Management und Provisioning hinaus. Das Fehlen eines Governance-Plans, die ungenügende Qualitä
UNICEF: Wasser ist Schlüssel zu nachhaltiger Entwicklung ...
UNICEF-Report 2012 / UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung in Rio Berlin, den 20.6.2012. Kinder in den Entwicklungs- und Schwellenländern leiden am härtesten unter den Folgen des Klimawandels und einer globalen Wasserkrise. Dies ist Ergebnis des UNICEF-Reports 2012, der anlässlich des St
Das intelligente Stromverteilnetz von RWE Deutschland überzeugt im Praxistest ...
Projekt "Smart Country" zieht Bilanz nach einem erfolgreichen Betriebsjahr Erkenntnisse und Betriebsmittel werden für den zukünftigen Netzausbau eingesetzt und sind wegweisend für die Energiewende auf dem Land Das Projekt "Smart Country" hat den Praxistest für d




