Neue OZ: Kommentar zu Türkei/Syrien
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Das Säbelrasseln der Regierung in Ankara gegenüber Syrien ist
gefährlich. Noch sind die Umstände unklar, die zu dem Abschuss des
türkischen Kampfjets durch die syrische Luftabwehr geführt haben.
Viel spricht jedoch dafür, dass das Regime in Damaskus dafür nicht
allein die Verantwortung trägt.
Der tragische und bittere Zwischenfall darf nicht zu einer
Eskalation des Konflikts zwischen beiden Ländern führen. Das heißt im
Klartext: Der Abschuss rechtfertigt eine Protestnote, aber keinen
militärischen Gegenschlag, der schnell in einem blutigen Bodenkrieg
mit unzähligen Toten münden könnte.
Die türkische Regierung übertreibt völlig, die NATO wegen des
Unglücks anzurufen. Hier liegt kein Bündnisfall vor. Den hat die
mächtigste Militärorganisation der Welt erst einmal in seiner
Geschichte ausgerufen, nämlich nach den Terroranschlägen der Al-Kaida
vom 11. September 2001 in den USA. Jetzt geht es allein um ein
abgeschossenes Kampfflugzeug, das offensichtlich den Luftraum eines
Landes verletzt hat, in dem seit Monaten ein blutiger Bürgerkrieg
tobt.
Nur wenn die syrische Armee die Türkei angreifen würde, wäre ein
militärischer Gegenschlag legitim, wie das Beispiel Nordirak zeigt.
Dort jagt Ankaras Armee unter Duldung der Regierung in Bagdad oft
PKK-Rebellen, die in Ostanatolien Angst und Terror verbreiten. Doch
Syriens Diktator Assad würde niemals so dumm sein, der Türkei den
Krieg zu erklären.
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Datum: 24.06.2012 - 22:00 Uhr
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