Raus aus der Sucht
Am 26. Juni ist Internationaler Tag gegen den Drogenmissbrauch. Stefan Wallukat konnte nicht ohne Alkohol leben, schmiss sogar den Job. Dann setzte er sich selbst auf Entzug – mit Erfolg.
Ob mit Freunden beim Fußball oder nach Feierabend: Fast jeder trinkt gerne mal ein, zwei Bierchen. Bei Stefan Wallukat waren es allerdings schon mal sieben oder acht. Über 20 Jahre hatte ihn der Alkohol fest im Griff. Erst durch einen Entzug stellte sich der 49-Jährige seinen Problemen im Job. Und startete mit einem beruflichen Training noch einmal neu durch.
Über zwei Millionen Menschen in Deutschland sind Alkoholiker, schätzen Ärzte. An die Folgen des Drogenmissbrauchs erinnern die Vereinten Nationen am 26. Juni mit einem eigenen Aktionstag. Denn wie bei Wallukat fängt die Sucht oft ganz harmlos an: Regelmäßig trinkt er nach der Arbeit sein Bier. Doch irgendwann braucht er mehr, um den Stress zu verkraften.
Wallukat ist Abteilungsleiter im Einzelhandel. Oft steht er mehr als acht Stunden ohne Pause im Verkaufsraum oder schleppt Ware. Wenn viel zu tun ist, erwartet der Chef auch, dass er bis Mitternacht mit anpackt. Geht das nicht, kommt die Abmahnung. „Mir ging es immer schlechter. Irgendwann musste ich trinken, um morgens überhaupt zu funktionieren. Da wurde mir klar, dass sich etwas ändern muss.“
Wallukat kündigt, setzt sich selbst auf Entzug und geht in eine Tagesklinik. Zusätzlich engagiert er sich in der Selbsthilfegruppe Kreuzbund. Wallukat lernt, dass hinter seiner Alkoholkrankheit eine Depression steckt. Um nach der Behandlung beruflich wieder Fuß zu fassen, empfehlen ihm seine Ärzte eine Umorientierung im Beruflichen Trainingszentrum der SRH in Mannheim. Hier hilft ein Team aus beruflichen Trainern, Psychologen und Sozialpädagogen Erwachsenen mit psychischen Erkrankungen zurück in den Job.
„Herr Wallukat konnte nicht mehr in den Einzelhandel. Durch Trainings und ausführliche Gespräche haben wir zusammen eine neue Perspektive erarbeitet“, sagt BTZ-Leiterin Andrea Baltes. Um ohne Alkohol mit stressigen Situationen umzugehen, lernt Wallukat Techniken wie autogenes Training. Außerdem sammelt er Büroerfahrung, schult seine Office-Kenntnisse und schreibt Bewerbungen.
So findet Wallukat einen Job in der Geschäftsstelle des Deutschen Katholikentags in Mannheim. Auch hier ging es bis zum Start am 16. Mai nicht ohne Überstunden. Trotzdem freut sich Wallukat schon auf die nächste Veranstaltung in Regensburg. Denn heute kann er nach der Arbeit wunderbar entspannen – ganz ohne Feierabendbier.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Unternehmensinformation / Kurzprofil:
SRH Berufliches Trainingszentrum Rhein-Neckar
Neue berufliche Perspektiven erhalten Menschen mit psychischen Problemen im SRH Beruflichen Trainingszentrum Rhein-Neckar (BTZ) in Mannheim und vier weiteren Standorten. Individuelle Trainingsprogramme bereiten die Teilnehmer auf die Rückkehr ins Arbeitsleben vor. Psychosoziale Beratung hilft dabei, im Arbeitsalltag mit der Krankheit umzugehen. Mehr als zwei Drittel der Absolventen gehen anschließend erfolgreich in den Beruf oder eine Ausbildung. Gesellschafter des BTZ sind die SRH Holding, eine unabhängige Stiftung mit Sitz in Heidelberg, und die Stadt Wiesloch.
Datum: 25.06.2012 - 13:13 Uhr
Sprache: Deutsch
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