Rupprecht: Wir brauchen auch in Geschichte Bildungsstandards
ID: 669737
FU Berlin rund 7.000 Neunt- und Zehntklässler aller Schultypen zur
jüngeren deutschen Geschichte befragt. Hierzu erklärt der
bildungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Albert
Rupprecht:
"Hinreichende Geschichtskenntnisse sind die Voraussetzung für den
verantwortungsvollen Umgang mit den Bürgerrechten. Nur wer die
Geschichte kennt, ist vor linken und rechten Rattenfängern sicher.
Deshalb ist der wertorientierte Geschichtsunterricht im Sinne
unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung in den Schulen
unverzichtbar. Wir brauchen Bildungsstandards nicht nur in Mathe,
Deutsch und Englisch, sondern auch in Geschichte. Die KMK muss hier
endlich zu entsprechenden Vereinbarungen kommen. Wer den Unterschied
zwischen Demokratie und Diktatur nicht kennt, verdient weder Abitur,
noch den mittleren Schlussabschluss, noch den Hauptschulabschluss.
Aber nicht nur die Schule ist gefordert. Nur 36 Prozent der
Jugendlichen beziehen Geschichtswissen aus Gesprächen mit Eltern und
Verwandten. Das ist viel zu wenig. Die Jugendlichen sollten erfahren
dürfen, wie ihre Großeltern als Kinder die Bombennächte im letzten
Krieg erlebt haben oder wie ihren Eltern das Studium verweigert
wurde, weil sie sich als Jugendliche abfällig über die DDR-Führung
geäußert hatten. Wir alle sind gefordert. Nur wenn unsere Kinder die
Geschichte kennen, können sie daraus lernen."
Hintergrund:
Im Auftrag der Bundesregierung und mit Unterstützung der
Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen,
Sachsen-Anhalt und Thüringen haben die Forscher rund 7.000 Neunt- und
Zehntklässler aller Schultypen zur jüngeren deutschen Geschichte
befragt. Bei der Untersuchung wurden das Systemverständnis und der
Wissensstand der jeweiligen Abschlussklassen zum Nationalsozialismus,
zur DDR sowie zur Bundesrepublik vor und nach der Wiedervereinigung
überprüft. Insgesamt haben sich im Vergleich zu einer früheren
Befragung die Geschichtskenntnisse in allen Berei-chen verbessert.
Allerdings wissen immer noch knapp 40 Prozent der Befragten nicht,
dass die Bundesrepublik nach der Wiedervereinigung eine Demokratie
ist. Für ein Viertel war der Nationalsozialismus keine Diktatur, für
30 Prozent war die DDR keine Diktatur.
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Datum: 28.06.2012 - 15:51 Uhr
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