Schutz für die Hohe See verdoppelt

Schutz für die Hohe See verdoppelt

ID: 670884

Schutz für die Hohe See verdoppelt



(pressrelations) -
29. Juni 2012

WWF begrüßt Ausweitung des Meeresschutzgebiets im Atlantik warnt aber vor Gefahr durch alten, nuklearen Abfall am Meeresgrund

Hamburg - Die Tiefsee des Atlantiks wird unter erweiterten Schutz gestellt: Zusätzliche 180.000 Quadratkilometer über dem nördlichen Mittelatlantischen Rücken, einer unterseeischen Bergkette, die sich von Island bis zu den Azoren erstreckt, werden als Meeresschutzgebiet ausgewiesen. Das haben die 15 Staaten des Oslo-Paris-Abkommens (OSPAR) zur Bewahrung des Nordost-Atlantik am Freitag zum Ende einer Konferenz in Bonn bekannt gegeben. Die Meeresregion gilt als ökologisch besonders wertvoll und artenreich. Seltene und bedrohte Tiefseehaie finden hier Rückzugsgebiete. Weil sich hier kalte Strömungen aus dem Norden mit warmen aus dem Süden vermischen, sind die Gewässer besonders planktonreich. Wale und Seevögel finden hier auf ihren langen Wanderungen reichlich Nahrung. "Das ist ein Riesenerfolg für den Meeresschutz. Insgesamt ist der ausgewiesene Schutzgebietskomplex auf der Hohen See nun größer als die Ostsee", freut sich Stephan Lutter, Meeresschutzexperte des WWF. "Es beweist, dass sich Naturschutz in internationalen Gewässern und die legitimen Interessen der Küstenstaaten vereinbaren lassen." Zwei Jahre war über die Ausweitung von 290.000 auf 470.000 Quadratkilometer Schutzfläche auf der Hohen See verhandelt worden.

Für den WWF ist die Ausweisung des Gebiets allerdings erst der Anfang. Fischerei mit zerstörerischen Grundschleppnetzen ist in der Region durch die zuständige Fischereibehörde bereits weitgehend verboten worden. "OSPAR muss jetzt sicherstellen, dass auch die Bedrohungen durch Tiefseebergbau und Schifffahrt in den Schutzzonen eingeschränkt werden", fordert Lutter.

Der Meeresschutzexperte warnt gleichzeitig vor der Umweltgefahr, die von nuklearen Abfällen ausgeht, die seit den 50er Jahren an mehreren Stellen im Atlantik verklappt wurden. Der Müll lagert noch immer in mehreren Tausend Metern Tiefe zwischen dem mittelatlantischen Rücken und der europäischen Küste. "Die Behörden dürfen vor dem gefährliche Erbe nuklearer Altlasten am Meeresboden nicht länger die Augen verschließen" sagt Lutter. OSPAR müsse prüfen, in welchem Zustand die Behälter nach Jahrzehnten auf dem Meeresgrund sind. "Falls radioaktive Substanzen in tiefen Wasserschichten austreten, könnten diese sich über die Strömungen verteilen und Eingang in die Nahrungsketten der Tiefseelebenwesen finden." Seit Mitte der 90er Jahre ist das Verklappen von radioaktiven Substanzen im Meer durch regionale und globale Abkommen untersagt.




KONTAKT
Britta König
Pressestelle WWF Deutschland
Tel. 040-530200-318
britta.koenig(at)wwf.deUnternehmensinformation / Kurzprofil:
drucken  als PDF  Cartus stellt Umfrage zu Trends in globaler Personalentsendung 2012 vor Der kürzeste Europarettungs-Witz? Merkel bleibt hart! / Wiedenroths tägliche Politik-Karikatur
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 29.06.2012 - 18:30 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 670884
Anzahl Zeichen: 2942

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 420 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schutz für die Hohe See verdoppelt"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

WWF - World Wide Fund For Nature (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Stillstand beim bayerischen Wolfsmanagement ...
Verbände fordern Umweltminister zum Handeln auf In einem gemeinsamen Brief haben die vier Verbände WWF, BUND Naturschutz, Gesellschaft zum Schutz der Wölfe und Landesbund für Vogelschutz den bayerischen Umweltminister Dr. Marcel Huber aufgefordert, endlich dafür Sorge zu tragen, dass der l

Ringen um weltgrößtes Meeresschutzgebiet gescheitert Russland blockiert internationale Bemühungen zum Schutz des Südpolarmeers ...
BREMERHAVEN, 16. Juli 2013 - Mit dem heutigen Scheitern der CCAMLR-Konferenz wurde eine entscheidende Chance für den Meeresschutz rund um die Antarktis verpasst. Die "Kommission zur Erhaltung lebender Meeresschätze in der Antarktis" (CCAMLR) konnte sich nicht darauf einigen, die weltw

Urteilsspruch mit Tiefenwirkung: BVerwG lässt Gewässerschutz europäisch überprüfen ...
WWF, NABU und BUND: Verfahrensverzögerungen sind der Preis für die Geringschätzung von Umweltbelangen Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat heute den Ausbau der Weser vorerst gestoppt und grundsätzliche Fragen zum Gewässerschutz dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) zur Entscheidung vor


Weitere Mitteilungen von WWF - World Wide Fund For Nature


NABU stellt Aktionsplan für biologische Vielfalt vor ...
pke: Kein Naturschutz zum Nulltarif Berlin ? Kurz nach dem Scheitern des UN-Gipfels in Rio hat der NABU mit seinem Masterplan 2020 einen Aktionsplan zum Erhalt der biologischen Vielfalt in Deutschland vorgestellt. "Der Verlust der Natur schreitet auch in Deutschland ungebremst voran. Mit ein

Bundeshaushalt - Konsolidieren ohne Sparen ...
Schon im Jahr 2013 möchte Bundesfinanzminister Schäuble die Vorgaben der Schuldenbremse erfüllen und die Neuverschuldung so weit senken, dass das strukturelle, also nicht konjunkturbedingte Defizit nicht mehr als 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts beträgt. Das ist erst einmal eine gute Nac

Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof Dr. Andreas Ernemann im Ruhestand ...
Vorsitzender Richter am Bundesgerichtshof Dr. Ernemann wird mit Ablauf des 30. Juni 2012 nach Erreichen der Altersgrenze in den Ruhestand treten. Herr Dr. Ernemann wurde am 14. Mai 1947 in Weimar geboren. Er trat nach Beendigung seiner juristischen Ausbildung und einer Tätigkeit als wissenschaf

Gesundheit: Ministerin Steffens: Keine Grabsteine aus Kinderarbeit auf Friedhöfen in Nordrhein-Westfalen - Bestattungsgesetz wird novelliert ...
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit: Das Bestattungsgesetz für Nordrhein-Westfalen soll geändert werden. "Wir wollen Friedhofsträgern ermöglichen, die Aufstellung von Grabsteinen aus ausbeuterischer und Leben zerstören


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z